Börse Frankfurt setzt Aufwärtstrend fort

19. Juli 2012, 18:46
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IBM und Ebay sorgten für gute Laune

Frankfurt - Hartnäckige Hoffnungen auf Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank Fed haben am Donnerstag dem DAX erneut Auftrieb gegeben und über 6.700 Punkte steigen lassen. Der deutsche Leitindex legte den fünften Handelstag in Folge zu und schloss trotz schwacher US-Konjunkturdaten mit plus 1,11 Prozent bei 6.758,39 Punkten. Seit Donnerstag vergangener Woche gewann er damit etwas mehr als fünf Prozent hinzu. Der MDAX rückte um 1,48 Prozent auf 10.902,30 Punkte vor. Für den TecDAX ging es um 1,38 Prozent auf 775,41 Punkte nach oben.

"Normalerweise hätten die Kurse in den Keller gehen müssen nach den schlechten Konjunkturdaten aus den USA", sagte Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. Sowohl die Verkäufe bestehender Häuser als auch der Index der Frühindikatoren waren hinter den Schätzungen zurückgeblieben und der Philly-Fed-Index, der das Geschäftsklima in der Region Philadelphia misst, hatte sich weniger stark aufgehellt als erwartet. "Dass die Marktreaktion so verhalten ausfiel und der DAX dann rasch wieder sein altes Niveau erreichte, lässt sich nur mit der Erwartung der Anleger auf Hilfen durch die US-Notenbank oder die Regierung erklären", sagte Helmer.

Gute Nachrichten allerorts

Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital begründete die gute Stimmung zudem mit einem Artikel im "Wall Street Journal", wonach der Euro-Rettungsfonds EFSF auf Drängen von EU-Politikern Geld für Käufe spanischer Staatsanleihen beiseitelegen soll. Hinzu kämen die erfolgreiche Refinanzierung Frankreichs sowie positive Überraschungen im Zuge der Berichtssaison, etwa vom Mobiltelefonhersteller Nokia.

Am Aktienmarkt profitierten besonders Papiere mit Nachholbedarf. "Angesichts der generellen Erholung im DAX sind Investoren zurzeit auf der Suche nach zurückgebliebenen Werten", begründete Händler Frank Schneider von der Alpa Wertpapierhandels AG etwa den Kursanstieg von Infineon. Die Aktie des Halbleiterherstellers baute ihr Vortagesplus weiter aus und gewann an der DAX-Spitze 4,63 Prozent. Die Papiere von HeidelbergCement kletterten um 3,80 Prozent nach oben und profitierten von der Erwartung guter Quartalszahlen.

Dass die Deutsche Telekom der Telefonauskunft Telegate Schadenersatz in Millionenhöhe zahlen muss, hatte zwar kaum Einfluss auf den Kurs der T-Aktie, dafür aber auf den Kurs von Telegate. Während die T-Aktie marktkonform um 1,14 Prozent zulegte, schloss das Papier von Telegate um knapp zehn Prozent nach oben. Der Bundesgerichtshof hatte die Nichtzulassungsbeschwerden der Telekom gegen zwei Urteile des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf abgewiesen.

Ein positiver Analystenkommentar von HSBC ließ die Titel der Kupferhütte Aurubis an der MDAX-Spitze um 7,16 Prozent in die Höhe schnellen. Ferner verteuerten sich die Papiere des Glasfaserkabel-Spezialisten Adva Optical nach starken Ergebniszahlen an der TecDAX-Spitze um 5,82 Prozent. (APA, 19.7.2012)

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