Raumstation im Nirgendwo

18. Juli 2012, 23:08
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Freundlich akklamierte Uraufführung von Detlev Glanerts "Solaris" bei den Bregenzer Festspielen

Bregenz - Ein Mann kommt nach langer Reise irgendwo an - an einem Ort, an dem seltsame Dinge passieren, Erinnerungen und Gedanken Gestalt annehmen und dadurch alle Bewohner in den Wahnsinn oder Selbstmord getrieben werden.

Soweit der parabelartige Plot des Romans Solaris von Stanislaw Lem, den Detlev Glanert und sein Librettist Reinhard Palm für die Bregenzer Festspiele zur Oper umformten. 

Bei der Uraufführung am Mittwoch zeigten die beiden Regisseure Moshe Leiser und Patrice Caurier dazu starke Handlungsmomente und plakative Bilder in einem szenischen Rahmen, der eine futuristische Klinik ebenso sein könnte wie eine sterile Raumstation (Bühnenbild: Christian Fenouillat). 

Die Musik freilich plätschert gefällig dahin, gefällt sich in tonalen Geleisen, bäumt sich bedrohlich und tumultuös auf - und wird von den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Markus Stenz bestmöglich zur Geltung gebracht.

Getragen wurde der freundlich akklamierte Abend vor allem vom grandios intensiven Dietrich Henschel als Protagonist Kris Kelvin und dem engagierten Ensemble. (Daniel Ender, DER STANDARD, 19.7.2012)

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    Grandiose Leistung: Dietrich Henschel als Kris Kelvin.

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