Salzburg zeigt, wie man in öffentlichen Gebäuden Energie sparen kann

  • Im renovierten Salzburger Rathaus: Mit dem Energiemonitoring wird auch 
die Effizienz der Sanierungsmaßnahmen geprüft.
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    foto: stadt salzburg

    Im renovierten Salzburger Rathaus: Mit dem Energiemonitoring wird auch die Effizienz der Sanierungsmaßnahmen geprüft.

Stadt will mit zentralem Kontrollsystem "Energieverbräuche sichtbar machen"

Salzburg - Schulen, Seniorenheime, Kindergärten, Amtsgebäude und vieles mehr - eine etwas größere Stadt wie Salzburg hat ein ganz respektables Immobilienportfolio. Und da die öffentlichen Gebäude beleuchtet, beheizt und mit Wasser versorgt sein wollen, fallen auch hohe Energiekosten an. In der Landeshauptstadt Salzburg immerhin 6,25 Millionen Euro pro Jahr.

Auf der Suche nach Sparpotenzialen setzt der Magistrat Salzburg seit inzwischen schon sieben Jahren auf ein eigenes Energiekontrollsystem.

Das Prinzip ist simpel, aber effektiv: In rund 120 städtischen Gebäuden sind insgesamt 1800 Zähler für Strom, Gas, Fernwärme und Wasser installiert. Jeder dieser Zähler meldet alle 15 Minuten den aktuellen Verbrauchsstand an einen Zentralcomputer.

Der "grüne Bereich" als Ziel

Und dort könne man dann "die Energieverbräuche sichtbar machen", sagt der Energiemanager der Stadtverwaltung Franz Huemer. Eine Energieampel zeigt ihm am Bildschirm, in welchen Objekten der Verbrauch welches Energieträgers überdurchschnittlich hoch, also im "roten Bereich" beziehungsweise unterdurchschnittlich, also im "grünen Bereich" ist.

Der Vergleich beziehe sich immer auf die vergangenen 52 Referenztage, erläutert Huemer. Es habe keinen Sinn, bei einem Schulgebäude den Dienstagsverbrauch mit dem Sonntagsverbrauch zu vergleichen, sondern man müsse eben Dienstag und Dienstage gegenüberstellen.

Steht eine Ampel auf Rot, kann in dem feingliedrigen Messsystem die Ursache der Verbrauchsüberschreitung eingegrenzt werden. Rinnt eine Toilette, ist ein Heizungsthermostat kaputt? Oder gibt es ein grundsätzliches Problem wie etwa das Laufen von Stand-by-Geräten übers Wochenende? Bei rund 2500 Computern allein im Magistrat kommt so nämlich auch eine schöne Menge an Stromkosten zusammen.

Der richtige Mann mit dem richtigen Werkzeug

Darüber hinaus habe das Kontrollsystem auch noch den Vorteil, dass bei einem Defekt "gleich der richtige Mann mit dem richtigen Werkzeug" losgeschickt werden könne, sagt Walter Hebsacker, Chef der Baudirektion im Magistrat. Und es könnten die Wirkung von Sanierungsmaßnahmen und die Effizienz von Niedrigenergiehäusern gezeigt werden. So liege der Verbrauch der vier neuen Kindergärten, die nach Niedrigenergiestandards errichtet worden sind, um zwei Drittel unter jenem konventioneller Kindergärten.

Gerechnet hat sich das Energiemonitoring längst. Laut Hebsacker belaufen sich die jährlichen Einsparungen auf etwa 500.000 Euro. Für den Aufbau des Kontrollsystems mussten 1,4 Millionen investiert werden - die Amortisationsdauer hat damit rund drei Jahre betragen.

Feedback-Systeme

Dass eine jährliche Abrechnung nicht ausreicht, um die Konsumenten zum Sparen anzuregen, hat man auch beim Landesenergieversorger Salzburg AG erkannt. Derzeit werden in rund 300 Haushalten verschiedene Feedback-Systeme getestet; so soll abgeklärt werden, welche Programme die Kunden dazu bewegen, Energie vernünftiger zu verwenden.

Voraussetzung sind intelligente Zähler, welche die Kunden über die aktuellen Verbrauchsdaten informieren. Über einen Energiemonitor erhält der Verbraucher dann - ähnlich einem Bordcomputer im Auto - die Verbräuche von Strom, Wasser und Gas am PC oder am Handy grafisch dargestellt.

Dazu kommt ein Budget-Manager, der den Verbraucher rechtzeitig vor dem Überschreiten vorher individuell festgelegter Kostengrenzen warnt. Im größeren Stil soll dieses Energie-Monitoring erstmals 2013 in einem Wohnbauprojekt im Salzburger Stadtteil Taxham für 130 Wohnungen zum Einsatz kommen. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 19.7.2012)

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11 Postings
Bild erinnert an M.C.Escher

...ein Amtsgebäude, wo man immer die Stiegen rauf bzw. runter gehen muss, ohne anzukommen...
Der
Architekt wird hämisch gelacht haben...

Photovoltaik,

Erdwärme, Wärmepumpe . . . . . . ??

...nachrechen wann sich das Zeug armortisiert... Beispiel Haus meines Neffen...

144m2-Einfamilienhaus: Luftwärmepumpe+Solar für Warmwasser +Fußbodenheizung+Optimale Fenster & Türen+Aussendämmung inkl. Installation: 18.500+7.500+8.500+4.500(Aufpreis bessere Fenster/Türen)+9.500+5.500=54.000Euro für ein Heizsystem !!!! Energiekennzahl 42kWh/m2 und Jahr. Standardheizung Gastherme +Radiatoren ohne Aussendämmung und teure Fenster und Türen und Solar=10.500+6.500 Euro. -Energiekennzahl 55kw/m2 a. (Differenz Kosten 54.000 - 17.000 = 37.000 Euro) - Differenz Energie: 55-42=13kWh/m2 a: 13*144*0,08(Gas)=150Euro Ersparnis bzw. Mehrkosten. Armortisation des bessern (sparsameren) Heizsystems: 37.000/150=246 Jahre!!!!!

Und was kostet für 146 Jahre

eine elektrische (Fussboden)-Heizung bei einem unisolierten Haus mit alten Fenstern und Türen?

Hier geht es ums ENERGIESPAREN...

... nicht um Bereitstellung einer anderen Art von Energie, die dann erst recht verbraten wird...

Dann schalt gleich

deinen Rechner ab!

Warum????

Warum den PC ausschalten?

ok - habe mich schlecht ausgedrückt -Energieeffizienz gemeint und Energiesparen geschrieben, aber ohne Steigerung der Energieeffizienz wird man das Ziel nie erreichen.
Ihre Optionen (Photovoltaik, Wärmepumpen usw.) sind ja zumeist leider nicht so das geleb vom Ei, da ja doch sehr viele Kosten ins Netz verschoben werden und dadurch die "klassischen" Strompreise nur steigen.

Ein sehr eigenwilliges Treppenhaus .....

im neurenovierten Rathaus in Salzburgs Altstadt.
Um es benützen zu können, sollte der/die BesucherIn
möglichst schwindelfrei sein.
Optisch schaut das besagte Treppenhaus im Innenhof ja nicht uninteressant aus, für die Praxis hätte es bessere, bequemere und sicherere Treppenhaus-Lösungsmöglichkeiten gegeben.

oiso i finds voi cool
und wenn i ganz obn a wohnung hätt: no bessa :)
schad, dass der uhrturm versperrt woa
schwindelfrei variante vorhanden aber nicht spektakulär
und lift hobs sichalich a ;)

schon schönes stiegenhaus

interessant sind ja auch die stiegengeländer wo die vertikalen stangerln nicht vertikal stehen sondern im 90° winkel zum handlauf.
wenns ein bisserl weniger wiess wär wärs noch schöner.

MC Escher

Das Bild erinnert mich stark an die Bilder von MC Escher

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