Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Tilo Berlin, Schlüsselfigur des umstrittenen Hypo-Anteilsverkaufs an die Bayern LB, auf dem Weg ins Landesgericht. Er bestritt, mit illegalen Zahlungsflüssen etwas zu tun gehabt zu haben.
Klagenfurt - Auf ihn hatte man mit besonderer Spannung gewartet. Knapp vor Prozessbeginn huschte Tilo Berlin ins Klagenfurter Landesgericht. Es ist Tag fünf des _Untreue-Prozesses um das Millionenhonorar des Villacher Steuerberaters Dietrich Birnbacher im Zuge des umstrittenen Verkaufs der Kärntner Hypo-Landesanteile an die Bayern LB.
Wofür hat Birnbacher sechs Millionen Euro kassiert, und was war seine Leistung dafür? Das sind die Grundfragen, um die sich auch an diesem Tag alles drehte. Birnbacher hatte ja mit seinem Geständnis, wissentlich und zu Unrecht ein 39-fach überhöhtes Honorar kassiert zu haben, seine Mitangeklagten, die Landesholding-Vorstände Hans-Jörg Megymorez, Dieter Xander sowie VP-Chef Josef Martinz, schwer belastet.
Auch diesmal wartete Korruptionsstaatsanwalt Andreas Höbl mit einer unangenehmen Überraschung auf. Er weitet die Untreueanklage gegen Martinz, Megymorez und Xander aus. Birnbacher ist von dieser Ausweitung nicht betroffen. Der Zahlungsstrom an Birnbacher sei nur fingiert gewesen, und die Gutachten hätten nur den Zweck gehabt, „illegalen Zahlungsflüssen den Anschein von Korrektheit zu geben".
Höbl geht davon aus, dass Birnbacher nur ein Strohmann für _Berlin gewesen sei. Dieser hätte eigentlich das von Jörg Haider und Josef Martinz in Aussicht gestellte Erfolgshonorar - ursprünglich zwölf Millionen Euro - erhalten sollen. Diese Annahme begründete der Staatsanwalt auf dem Geheimpapier „Fort Knox", das bei einer Hausdurchsuchung der deutschen Finanz in den Räumen der KLH gefunden wurde.
Keine Prämie für Berlin
Demnach sollte Berlin die Verkaufsverhandlungen mit der Bayern LB für die KLH führen und dafür das Erfolgshonorar erhalten. Berlin bestritt, das Papier jemals gesehen und ein Erfolgshonorar _in Aussicht gestellt bekommen zu haben. Auch mit den KLH-Vorständen will Berlin während der Verhandlungen nie Kontakt gehabt haben. Manfred Herrnhofer, Vorsitzender des Schöffensenats, stieß nach: „Sie reden nur mit den Politikern Jörg Haider und Josef Martinz und mit den Eigentümern der Bankanteile nicht?" Berlin: „Haider wirkte so, als wäre er alleine in der Lage, entsprechende Beschlüsse zu erwirken." „Auch für zwölf Millionen Euro, einfach so?", reagierte Herrnhofer gereizt.
Anschließend wurden die Landesräte Achill Rumpold (ÖVP) und Harald Dobernig (FPK) einvernommen. Beide, damals „Adjutanten" von Haider und Martinz, sollen auch über das Millionen-Honorar Bescheid gewusst haben. „Ich kann mich nicht genau erinnern", lautete Rumpolds Stehsatz. Dobernig, damals Haiders Büroleiter und KLH-Aufsichtsrat, tat nur, was Haider verlangte. So habe er in dessen Auftrag einen Gutachter angerufen, der Birnbachers _Honorar untermauerte. Ob das der Sorgfaltspflicht eines Aufsichtsrats entspricht, wollte der Richter wissen. Das könne er „nicht beurteilen", meinte Dobernig, heute Finanzreferent Kärntens.(Elisabeth Steiner, DER STANDARD; 19.7.2012)
Richter sieht "Missbrauch exponierter Positionen" - Gutachter schrieb auf Vorschlag
Der Steuerberater Dietrich Birnbacher gab Parteienfinanzierung zu, die ÖVP bekam 100.000 Euro, davon 65.000 Euro an Martinz im Kuvert
Die SPÖ enthielt sich aber der Stimme, weil ihrem Wunsch der Abberufung beider amtierenden Holding-Vorstände nicht entsprochen wurde
Hypo: Jud-Analyse riet von Honorar-Rückforderung ab
Im Birnbacher-Prozess erzählten Zeugen, wie Jörg Haider die Hypo quasi solo verkauft habe. Ein Manager suchte deswegen das Weite
Gegen den verstorbenen Landeshauptmann wäre Verkauf der Hypo-Anteile nicht möglich gewesen, sagt Othmar Ederer
Hengstberger-Expertise untersuchte Vorzugsaktiendeals der Jahre 2006 bis 2008 - Schaden für Bank von 5,18 Millionen Euro attestiert
Rumpold und Dobernig waren bei der Auftragsvergabe nicht dabei und legten ihre Pflichten lax aus
Die Zuziehung Birnbachers sollte "illegalen Zahlungsflüssen die Korrektheit geben"
Im Gerichtsakt schlummerten lange Unterlagen, die beschreiben, was Steuerberater Dietrich Birnbacher beim Hypo-Verkauf (nicht) getan hat
Gutachter spielen in der Causa Birnbacher eine zentrale Rolle, die Justiz hat sich zu sehr darauf verlassen
Herrenhofer zu Berlin....was da im Geheimpapier steht wurde mit einer einzigen Ausnahme erfüllt...auch das mit der credit suisse.....für Berlin trotzdem nicht logisch, weil er mit dem Eigentümervertreter nicht kommunizierte....wo ist hier der casus knacksus..??..ich gehe davon aus, der Martinz könnte das beantworten....mauert, weil er der Ansicht ist, als Politiker und Rotarier kann er gar nicht verurteilt werden...
dieser kleingeist und politautist kann sich an gar nichts erinnern, er musste immer nur abnicken wenn der große meister befehlsausgabe hatte, das hat er gut gelernt, mehr schon aber nicht.....ein völlig überforderter jasager, der nur in der politik landete weil er in der privatwirtschaft wahrscheinlich nicht viel licht am ende des tunnels sah
Ich bitt sie! Der Mann hat Matura, zwar nur knapp, mit dem Lernen hat er sich immer schon ein bißl schwer getan und das Studium war auch nicht so ganz seines. Aber dann ist er durchgestartet. Mehrmonatiges Praktikum in der Hypo, wo er alles erlernt hat, was man wissen muß und dann der kometenhafte Aufstieg. Kein zweiter Christian Scheider - nein, diese Zierde der freiheitlichen Bewegung durfte nicht nur die Wurschtsemmeln des Idols tragen, sondern auch die Aktentasche und bei der Verteilung der Fürstengabe die Hunderter persönlich den dankbaren Muatterln in die Hände drücken. So etwas prägt und qualifiziert für höchste Funktionen; hat man bei der Zeugeneinvernahme ja gesehen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.