Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Das Wahlergebnis in Libyen macht erst einmal Freude: Ist es schon da, das Ende des Siegeszugs der Islamisten nach dem Arabischen Frühling? Immerhin hat die Parteienliste NFA (Nationale Kräfte Allianz) von Expremier Mahmud Jibril - dem engsten Partner des Westens während des Aufstands - den Wettbewerb um die stärkste Gruppierung gewonnen. Die von den Muslimbrüdern dominierte Partei "Gerechtigkeit und Aufbau" hat nicht halb so viele Mandate erreicht, die Salafisten gar keines.
Die 58 Miniparteien, die in der NFA versammelt sind, würden zwar die Bezeichnung "säkular" - auch das medial so beliebte "liberal" - von sich weisen, aber es stimmt: Noch mehr Islam für Libyen steht auf der NFA-Prioritätenliste nicht ganz oben. Die Bezeichnung "moderat" eignet sich ganz gut für Jibrils Bündnis, auch "national" wäre passend, im Gegensatz zu einer weiter gefassten islamischen Agenda - wenn nicht ausgerechnet Jibrils Konkurrenten unter diesem Label eine Koalition zu bilden angekündigt hätten.
Und da ist er schon, der erste Schatten, der über dem NFA-Wahlsieg liegt. Denn es ist keine ausgemachte Sache, dass Jibril eine Regierungskoalition schmieden kann. Es wird wahrscheinlich auch keine Regierung der nationalen Einheit geben. Die Muslimbrüder lehnen das ab - und wollen ohne Jibril regieren. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass sie das schaffen.
Denn nur 80 der 120 Parlamentssitze wurden an Parteien vergeben, und Jibril hat davon 39 gewonnen. Selbst wenn er einige der vielen Kleinstparteien mit einem bis drei Mandaten auf seine Seite zieht, bleiben immer noch die 120 Unabhängigen. Die Muslimbrüder behaupten, die meisten stünden auf ihrer Seite.
Sicher ist, dass die Unabhängigen sich ihre Allianz nach ihren eigenen Partikularinteressen - meist lokaler Natur - aussuchen werden. Zuallererst wird der große Kuhhandel ausbrechen, dann werden sich Gruppen formieren, und diese Gruppen werden sehr instabil sein. Allein wenn man sich Jibrils gemischten Haufen ansieht, schleicht sich der Verdacht ein, dass er in dieser Form die Transitionszeit nicht überleben wird.
Zwar haben die Islamisten die Wahlen nicht gewonnen: Ihre islamische Identität mussten sich die Libyer nicht bei Wahlen bestätigen lassen, diesmal waren andere Affiliationen - zu einer Stadt, einem Stamm - stärker. Aber das bedeutet nicht, dass eine andere politische Partei gewonnen hätte.
Eine stabile politische Landschaft wird sich erst mit der Zeit herausbilden - erst die nächsten Wahlen werden ein Indikator dafür sein, wo die Libyer politisch stehen. Diese Transitionszeit ist entscheidend und gefährlich. Denn für eine schwache Führung wird es noch schwerer sein, dem Staat ein Gewaltmonopol zu verschaffen. Bevor nicht ausgehandelt ist, was jeder bekommt, werden sich die Milizen nicht der Staatsmacht unterstellen.
Libyen zu einen ist die größte Herausforderung für die neue Führung. Auch das Schreiben der Verfassung ist damit verbunden: Es gilt das rechte Maß an Föderalismus zu finden, das einerseits den Osten beruhigt, andererseits den Zentralstaat nicht zu sehr schwächt. Der Übergangsrat hat kurz vor den Wahlen beschlossen, dass die Mitglieder der Verfassungsgebenden Versammlung nicht vom kommenden Parlament, sondern direkt gewählt werden. Das war eine Konzession an die Provinzen, die sich dadurch direkter vertreten sehen sollen. Aber es macht die Sache nicht einfacher.
(Gudrun Harrer, DER STANDARD, 19.7.2012)
Warum wir nicht "Muslimas" schreiben? Es heißt "Musliminnen" und "Muslimin"
In absehbarer Zeit wird niemand mehr Kontrolle über das gesamte Land ausüben können
Die USA und Russland reaktivieren ihren Minimalkonsens zum Syrien-Konflikt
Dass die letzte israelische Aktion als "Angriff auf Syrien" wahrgenommen wird, zeigt allein die Reaktion der Arabischen Liga
Seit Wochen kursieren Gerüchte über einen Rücktritt des UN-Sondergesandten Brahimi
er weder über ein funktionierendes Militär noch über eine solche Polizei verfügt, es sich also um einen zerstörten Staat, ein vom Ausland dominiertes Protektorat handelt. Eine Expertin spricht also über den unbekleideten Kaiser und verschweigt, dass er nackt ist. Nur die USA und NATO verfügen über die Machtnittel, die Grenzen des ehemaligen Libyens zu gewährleisten. Gruppen, die nicht in der Lage sind, das Staatsgebiet zu beherrschen, sind nur von den USA und ihren Hiwis eingesetzte Marionetten, die nach der US Pfeife tanzen müssen, was das Öl betrifft. Ansonsten dürfen sie ihre Untertanen ganz nach Belieben, foltern, umbringen und vertreiben. Das interessiert nicht mehr.
Libyen wurde in die Steinzeit gebombt .
Das funktionierende und unabhängige Libyen unter Gaddafi wurde an Westfreundliche Mafiosi
übergeben ,die von der NATO so lange an der Macht gehalten werden ,
als sie jeden Widerstand in Libyen unterdrücken und die Durchsetzung der West Interessen garantieren .
Sehe ich genau so -
Der konsevative Sarkozy hat großen Anteil am Zurückbomben des entwickeltsten Landes Afrikas mit den großen Folgeschäden für viele kleine afrikanische Gastarbeiter in Lybien, aber drüber berichtet niemand mehr ...
Wie zufällig liegt auch Syrien auf der vom Lügen-US-Imperium defienierten Achse des Bösen, und sie sind fast am Ziel, alle diese Staaten zu zerstören und sehr viel Leid den Menschen zu bringen um sie besser aussaugen zu können.
Hollande versucht auch hier einen guten, selbständigen Weg: raus aus der NATO, wäre nur wünschenswert, wenn ganz Europa mitmachen würde.
Korrektur: 80 der 200 Sitze wurden an Parteien vergeben, sonst heißt der 4. Absatz nichts.
http://edition.cnn.com/2012/07/1... index.html
Ich sehe die Arabische Revolution nicht als Siegeszug der Islamisten sondern der Demokratie. Mag ja sein, dass in Ägypten die Islamisten über eine sehr sehr große Mehrheit verfügen. In Tunesien schaut die Sache wieder anders aus und in Libyen wurde erst kürzlich hier beim Standard berichtet, dass islamistisch nicht islamistisch ist. Fürchten brauchen wir uns nicht.
jibril ist eine marionette der FI, deren weltdiktatur mit angeblicher "frühlingshafter demokratisierung" das gesamte gebiet zwischen magrheb und china sowie in der folge china selbst unterwerfen will.
er ist ein garant für die unverminderte fortsetzung der bürgerkriegs.massaker in libyen und der dortigen dikatur - nur mit verkehrten vorzeichen. eine analogie zur "frühlingshaften demokratiiserung" des irak, afghanistans, syriens, etc.etc.
die FI musss gewaltlos entmachtet werden. seit 1991 sind ihrem wahnsinnskrieg schon millionen menschen zum opfer gefallen. sie hat ihn allgemeine kaufkraft und sozialen frieden statt in eine blutorgie zu investieren, die sehr leicht auf europa zurückwirken kann.
BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle.
wenn du die idee mit dem grundeinkommen mit dem weltfremden fi-quatsch den du schreibst in verbindung bringst, tust du dem bge keine großßen gefallen damit.
kann es sein, dass du ein sehr gerissener bge-gegner bist, der auf diese weise diese idee veralbern will? es scheint so.
natürlich nicht - wir wissen ja, daß nur bedingungsloser wettbewerb, gnadenloser konkurrenzkampf, völliger wachstumsirrsinn und die permanente ausbeutung im sinne des konzernprofits die menschliche moral beflügeln - darum sind ja auch alle sehr zufrieden, und die welt wird immer gesünder, schöner und friedlicher..........
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.