Revolution und Science-Fiction am Bodensee

18. Juli 2012, 17:53
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Die 67. Bregenzer Festspiele wurden eröffnet

Bregenz - Ein bisschen Raumschiff, ein bisschen Revolution, ein integratives Tanzensemble, dazu Solisten aus den Festspielopern André Chénier und Solaris, die Wiener Symphoniker und der Prager Philharmonische Chor: David Pountney servierte als Regisseur zur Eröffnungsfeier der 67. Bregenzer Festspiele am Mittwochvormittag kleine Häppchen aus dem Festspielprogramm.

Das diesjährige Festspielmotto "Erinnerungen an die Zukunft" dürfte Bundespräsident Heinz Fischer nachhaltig beeindruckt haben, er eröffnete die "Bregenzer Festspiele 2011" (sic). Nicht ohne zuvor den früheren Festspielpräsidenten Günter Rhomberg zu würdigen. Dessen Abwesenheit wertete Fischer nicht als demonstrativ, sondern "als noble Geste", Rhomberg wolle die Bühne uneingeschränkt seinem Nachfolger überlassen.

Der neue Präsident Hans-Peter Metzler nutzte die Bühne, um als gelernter Mathematiker und Physiker den Subventionsgebern galant vorzurechnen, warum sich die Investition in Kultur lohnt. Erstklassige Qualität bleibe das Ziel der Bregenzer Festspiele, in neuer personeller Besetzung sei man bereit "für eine neue Phase der Evolution". Man erwarte sich dafür entsprechende Offenheit der Partner Stadt, Land und Bund, umschrieb Metzler die Forderung nach mehr Geld.

Nicht zum ersten Mal mit dem Thema Finanzen konfrontiert, hatte Bundesministerin Claudia Schmied (SP) bereits eine allgemein gehaltene Antwort vorformuliert: "Kunst kann nur entstehen und Bestand haben, wenn wir sie unterstützen und wenn wir ihre finanzielle Basis sichern." In Anlehnung an ein Stück aus Schostakowitschs Zehn Poeme nach Revolutionsgedichten, das auf Schmieds Rede folgte, ermunterte sie die Festspiele mit einem fröhlichen: "Drum kühn voran!"

Die Festspiele wurden am Mittwoch mit Detlev Glanerts Oper Solaris eröffnet, am Donnerstag hat auf der Seebühne Umberto Giordanos Oper André Chénier Premiere. Die Festspiele dauern bis 18. August, 80 Veranstaltungen stehen auf dem Programm.  (jub, DER STANDARD, 19.7.2012)

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