"Njet" zum Verzicht auf einen russischen ISS-Platz

Andere Länder würden sich gerne einen der sechs Arbeitsplätze auf der Raumstation sichern - doch unter drei Kosmonauten macht's Moskau nicht

Moskau - In der Diskussion um die sechs Arbeitsstellen auf der Internationalen Raumstation ISS will Russland trotz lukrativer Angebote anderer Länder keinen seiner drei Kosmonautenplätze abgeben. "Unsere Raumfahrer haben feste Forschungsprogramme abzuarbeiten und müssen sich auch mit der Modernisierung der ISS befassen", sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, am Mittwoch.

Drei ISS-Plätze gehören Russland, zwei den USA. Der übrige Platz wird abwechselnd von anderen Teilnehmern des ISS-Projekts besetzt, etwa der Europäischen Weltraumbehörde ESA oder von Japan. Moskaus Partner hatten wiederholt Interesse an einem weiteren Platz bekundet.

Bei den Flügen seiner Sojus-Raketen zur ISS sei Russland auch über das Jahr 2016 bereit, den USA Plätze zur Verfügung zu stellen, sagte Popowkin nach Angaben der Agentur Ria Nowosti. Dazu erwarte man ein NASA-Angebot. Die USA sind nach Einstellung ihres Shuttle-Programms auf Russland angewiesen. Für Plätze im "ISS-Taxi" Sojus zahlt die NASA bis 2016 umgerechnet rund 613 Millionen Euro. (APA, derStandard.at, 18. 7. 2012)

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