Romney denkt an den zweiten Mann

19. Juli 2012, 05:30
21 Postings

Der US-Republikaner soll in der Endphase der Auswahl eines Kandidaten für die Vizepräsidentschaft sein - Drei Namen stehen noch auf der Liste

Washington - Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bereitet die endgültige Entscheidung vor, wer mit ihm auf dem republikanischen Ticket zur US-Präsidentschaftswahl im November antreten soll. Einen großen Strauß an möglichen Kandidaten habe er auf eine Shortlist von nur noch drei möglichen "running mates" her untergeschnitten, hieß es am Dienstag in Washington DC.

Auf dieser Liste sollen US-Senator Rob Portman aus Ohio, der frühere Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, und der derzeitige Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, stehen. Üblicherweise wird der Vizepräsidentschaftskandidat erst unmittelbar vor dem Nominierungskongress der Parteien bekanntgegeben. Viele Republikaner meinen allerdings, dass Romney mit dieser Tradition brechen und seinen Vize deutlich früher in Florida namhaft machen könnte. Aus seinem Kampagnenmanagement verlautete, dass der Kandidat sich noch entscheiden müsse.

Grund für diese Spekulationen ist die derzeitige Nachrichtenlage: Die Demokraten fordern, dass Romney seine Steuerunter lagen veröffentliche. Und sie trommeln, dass er als Investmentbanker bei Bain Capital vor allem Jobs vernichtet habe. Sie werfen ihm vor, Jobs in von Bain aufgekauften Firmen ausgelagert zu haben.

Dieses Argument durchkreuzt Romneys Pläne, die Wahl zu ei nem Referendum über Präsident Barack Obamas Wirtschaftspolitik, dessen Verantwortung für die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit und die hohen Budgetdefizite zu machen. Eine Personalie wie der Vizepräsident könnte diese Nachrichtenspirale aufbrechen.

Viele Republikaner in Washington glauben, dass Romney letztlich Portman wählen wird, weil dieser außenpolitische Erfahrung als Außenhandelsdelegierter unter George W. Bush und Vorsitzender des Armeeausschusses im Senat hat. Zudem ist es für Romney unerlässlich, Portmanns Heimatstaat Ohio im November zu gewinnen.

Angriffige Konservative

Der konservative Pawlenty, der sich selbst um die Präsidentschaftskandidatur bewarb, aber noch vor der ersten Vorwahl aufgab, wird von Romneys Kampagne wegen seiner Unterstützung geschätzt. Er gilt als sichere Wahl.

Jindal, ein indischstämmiger Amerikaner, gilt dagegen als angriffiger Konservativer, der zuletzt Obama als den "liberalsten und inkompetentesten Präsidenten im Weißen Haus seit Jimmy Carter" bezeichnete. Merle Black, Politikwissenschaftsprofessor in Atlanta, erklärte, dass Jindal Romney helfen könnte, Wähler außerhalb der vorwiegend weißen Klientel anzusprechen. (red, DER STANDARD, 19.7.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die drei von der Streichliste: Tim Pawlenty...

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bobby Jindal....

  • Bild nicht mehr verfügbar

    und Rob Portman gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten für die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatur.

Share if you care.