Regeneration und Reparatur der Haut sind tageszeitabhängig

  • Das Wissen um die "biologischen Uhr" unserer Haut soll zukünftig bei häufigen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte hilfreich sein.
    foto: apa/oliver berg

    Das Wissen um die "biologischen Uhr" unserer Haut soll zukünftig bei häufigen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte hilfreich sein.

Die menschliche Haut besitzt eine "innere Uhr", die für das exakte Timing bei der Zellteilung oder Reparatur sorgt

Ein Forscherteam der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat zusammen mit Wissenschaftlern eines Hamburger Unternehmens herausgefunden, dass auch die menschliche Haut eine innere Uhr besitzt, die unter anderem für die zeitliche Steuerung ihrer Reparatur und Regeneration zuständig ist. Erste Ergebnisse der Grundlagenforschung veröffentlichte das Team in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings of the Academy of Science (PNAS).

Die mannigfaltigen Aufgaben der Haut

Unsere Haut ist ein lebenswichtiges Organ und vielleicht auch das vielseitigste: Neben repräsentativen, kommunikativen und sensorischen Funktionen übernimmt sie die Abgrenzung des Körpers zur Umwelt, bildet eine aktive und passive Barriere gegen Keime. Zudem hilft sie, die Bedingungen für andere wichtige Systeme des Körpers konstant zu halten, obwohl sich die Umweltbedingungen zum Teil dramatisch ändern können. Frost, Hitze, Sonnenlicht und Nässe - vielfältige Herausforderungen für die Haut - wirken je nach Tageszeit ganz unterschiedlich auf sie ein.

Relevanz der "biologischen Uhr"

Die Forscherteams um Achim Kramer von der Charité und Thomas Blatt vom Hamburger Hautforschungszentrum fanden heraus, wie sich die Haut diesen tageszeitabhängigen Bedingungen anpasst. Dazu entnahmen die Wissenschaftler jungen gesunden Probanden zu verschiedenen Zeitpunkten des Tages Zellen der obersten Hautschicht, sogenannte Keratinozyten. Die Analyse sämtlicher Gene in den Keratinozyten ergab, dass wichtige Faktoren für die Regeneration und Reparatur von der "biologischen Uhr" reguliert werden.

Behandlung zur optimalen Tageszeit

Einer dieser Faktoren, das "Krüppel-like-factor 9" (Klf9) genannte Molekül, bremst die Zellteilung in den Keratinozyten. Reduzierten die Forscher die Aktivität dieses Faktors, konnten sie ein schnelleres Wachstum der Hautzellen beobachten. Außerdem zeigte sich, dass das Stresshormon Cortisol die Aktivität von Klf9 steuert und so bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte gezielt positiv einsetzbar ist. "Wenn wir diese Prozesse noch besser verstehen, könnten wir Medikamente gezielt zu den Tageszeiten einsetzen, an denen sie am besten wirken und die wenigsten Nebenwirkungen haben", so das Resümee von Studienleiter Kramer. (red, derStandard.at, 18.7.2012)

Share if you care
2 Postings
krüppel-like-factor 9

eindeutig ein highlight in diesem artikel..

für den laien leider nichts umsetzbares in diesem artikel. aber ich gehe davon aus, dass sich die haut vor allem über nacht regeneriert, weils sie tagsüber ohnedies genug beschäftigt ist.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.