AMA-Foodblog-Award: Ende des Votings nach User-Manipulation

18. Juli 2012, 14:04
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Manipulation von zwei Bloggern führt zum Ende des Publikum-Votings

Nachdem der Agrarmarkt Austria einen mit 5000 Euro dotierten Foodblog-Award ausgerufen hat, haben sich viele österreichische BloggerInnen für den Award beworben und auf sozialen Netzwerken zum Voten mobilisiert. Kurz nach dem Start des Votings zog AMA das Online-Voting aufgrund von Manipulationsversuchen zurück. Jetzt entscheidet eine Jury über den besten Foodblog. Auf Facebook und Twitter hagelte es Kritik aufgrund des Voting-Systems, das mit IP-Adressen-Abgleich arbeitete.

"Eindeutig getrickst"

Der WebStandard hat mit AMA-Unternehmenssprecherin Manuela Göll zu dem Vorfall gesprochen. Die mit dem Publikums-Online-Voting beauftragte Agentur "Die Schaltstelle" habe laut Göll bereits kurz nach Beginn des Votings zwei Blogs ausfindig gemacht, die eindeutig "getrickst" haben. Nach einer Konfrontation mit einer der BloggerInnen wurde auch die Manipulation zugegeben. "Die Bloggerin meinte, sie hätte getrickst, aber nur, weil sie wissen wollte, wie das geht", so Göll.

Vegane Blogs werden nicht ausgeschlossen

Der Vorwurf, vegane Blogs vom Voting durch das Abschalten auszuschließen, ist laut Unternehmenssprecherin Göll falsch. Man habe nie beabsichtigt vegane Blogs auszuschließen. Die Verwunderung über die Teilnahme von deutschen und aus der Schweiz stammenden Blogs erklärt sich Göll dadurch, dass das Fähnchen für die Landesherkunft erst kurz nach dem Voting eingeführt wurde. Grundsätzlich sei der Award für alle deutschsprachigen Blogs gewesen. Um weitere Manipulationen und somit Bevorteilungen von Teilnehmern auszuschließen, hat AMA das Publikumsvoting am Dienstag eingestellt.

Manipulation in Tausendersprüngen

Alexandra Palla von der Werbeagentur "Die Schaltstelle" meint, das Voting sei nach allen bekannten Sicherheitskriterien implementiert worden. Da man eine breite Masse erreichen wollte, wurde eine Registrierung nicht eingeführt. "Wir wollten das Voting so unbürokratisch wie möglich machen. Aber einige ausgefuchste Spezialisten haben in Tausendersprüngen das Voting manipuliert." Eine erneute Absicherung des Systems wurde überlegt. "Die Sicherheitsbarrieren wurden dennoch überwunden. Sei es um auf eine bestimmte Gruppe aufmerksam zu machen oder sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen."

Transparente Bewertungskriterien

AMA als auch die zuständige Werbeagentur bedauern den Vorfall sehr, vor allem, weil der Award jetzt einen negativen Beigeschmack habe. Um aber Transparenz in die Entscheidung der sechs Juroren zu bringen, werden die "Top 10" in drei Kategorien bewertet: Auffälligkeit, Originalität und Gesamteindruck. Jeder Juror darf maximal zehn Punkte an einen Blog vergeben. Die zehn besten Blogs werden in einem Schulnotensystem in fünf Kategorien (Originalität, Qualität, Individualität, Anregung zum Nachkochen und Vermittlung der Freude durch heimische Lebensmittel) bewertet. "Egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse: Es geht um die Freude am Selberkochen und ums Genießen." (red, derStandard.at, 18.7.2012)

  • Der AMA-Foodblog-Award geht dennoch weiter. Die "Top 10" werden am 31. Juli bekanntgegeben.
    foto: derstandard.at

    Der AMA-Foodblog-Award geht dennoch weiter. Die "Top 10" werden am 31. Juli bekanntgegeben.

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