"Europas beste Bauten" im Architekturzentrum Wien

  • "Emerging Architects"-Preis für das  "Casa Collage" von Ramon Bosch und Bet Capdeffero.
    foto: azw / josé hevia

    "Emerging Architects"-Preis für das  "Casa Collage" von Ramon Bosch und Bet Capdeffero.

45 Projekte der Shortlist für den "Mies van der Rohe"-Preis

Wien - Ein bewohnbarer "Trüffel" im Wald, ein wabenförmiges, von einer blauen Hülle umgebenes Konzerthaus oder ein Formen aus der Natur zitierender Forschungspavillon: "Europas beste Bauten" präsentiert eine Ausstellung im Architekturzentrum Wien (Az W) bis 8. Oktober:  45 Gewinner und Nominierte des "Mies van der Rohe Award" 2011. "Der wichtigste Preis für Architektur in Europa" ist für Az W-Direktor Dietmar Steiner ein "Seismograph aktueller Entwicklungen".

Eines der bestimmenden Themen, nämlich der Umgang mit vorhandener baulicher Substanz, lässt sich etwa beim Siegerprojekt von David Chipperfield Architects ablesen. Das 2009 wiederöffnete Neue Museum Berlin konnte den mit 60.000 Euro dotierten Hauptpreis für sich entscheiden und setzte sich damit gegen insgesamt 343 Mitbewerber durch.

Mediterranes Feeling mit lichtdurchfluteten Räumen verbindet wiederum das "Casa Collage" von Ramon Bosch und Bet Capdeffero, die als "Emerging Architects" mit 20.000 Euro bedacht wurden. Ihr revitalisiertes Gebäude im spanischen Girona ist ein weiterer Beleg für die Neu- und Wiedernutzung historischen Bestands.

Unter den präsentierten Projekten finden sich auch drei mit Österreichbezug: Das von Chipperfield entworfene Kaufhaus Tyrol in Innsbruck, Jabornegg & Palffys Adaptierung des Stift Altenburg in Niederösterreich sowie das Grazer MUMUTH, entworfen von UNStudio. Ergänzt werden die mittels großformatiger Fotos, detaillierten Entwürfen und Modellen präsentierten Bauten von 19 weiteren Projekten mit österreichischer Beteiligung, die per Multimediatisch mittels Bild und Text in Szene gesetzt werden.

Vergeben wird der "Mies van der Rohe Award" von der gleichnamigen Foundation in Kooperation mit der EU. Diane Gray, ihres Zeichens Chefkuratorin der Foundation, betonte bei der Pressekonferenz die Bedeutung des mittlerweile zum zwölften Mal vergebenen Preises: "Das ist nicht nur ein singulärer Event, sondern spiegelt einen Prozess wieder." Gerade durch die Wanderausstellung, die im Winter noch in London Haltmachen wird, verfüge man über "ein Vehikel, durch das wir über Architektur kommunizieren können".

Und so erhält man einen Überblick über das architektonische Geschehen der vergangenen Jahre in Europa. Hervorstechend dabei auch jene Arbeiten, die sich neben Fragen der Urbanität und des Zusammenlebens mit der Verbindung von teils alternativen Bau- und Wohnsituationen in der Natur auseinandersetzen. "Das ist jedenfalls ein Thema, das immer stärker aufkommt", so Gray am Mittwoch bei der Presseführung vor der Eröffnung am Abend. (APA, 18.7.2012)

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