Neuer PH-Rektor: Lehrerausbildung in zehn Jahren an Uni

18. Juli 2012, 12:41
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Elmar Märk: Gemeinsame Lehrerausbildung unter Federführung der Pädagogischen Hochschule unrealistisch

Innsbruck - Der designierte Rektor der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT) Elmar Märk sieht die Lehrerausbildung in Tirol langfristig bei der Universität angesiedelt. Es sei ein "sinnvolles Ziel", diese in "zehn bis fünfzehn Jahren unter dem Dach der Universität" anzubieten, erklärte er im Gespräch mit der APA. Ab dem Herbst würde sich in der Ausbildung der angehenden Lehrer jedoch noch nichts ändern, betonte Märk, der sein Amt am 1. Oktober antreten wird.

Die Eingliederung in eine universitäre Struktur wäre jedenfalls eine Aufwertung für die Pädagogische Hochschule, meinte der designierte Rektor. Diesbezüglich sei die Politik gefordert, "vernünftige Rahmenbedingungen" wie die Schaffung von Autonomie und die notwendige Finanzierung zu gewährleisten, meinte der Noch-Direktor der HTL Innsbruck und Bruder des Rektors der Universität Innsbruck, Tilmann Märk.

"Parallelstruktur nicht sinnvoll"

Im Gegensatz dazu schätzte Märk eine gemeinsame Lehrerausbildung unter Federführung der Pädagogischen Hochschule als unrealistisch ein. Diese sei "innerhalb der nächsten 30 Jahre nicht möglich", meinte er. Dafür fehlten einfach die Kapazitäten. Einer von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) forcierten Aufwertung der PH zu Pädagogischen Universitäten erteilte Märk für Tirol ebenfalls eine Absage: "Eine solche Parallelstruktur wäre hier nicht sinnvoll. In Bundesländern, in denen es keine Universität gibt, ist das wieder etwas anderes".

Märk kündigte an, im Herbst im Rahmen einer noch zu schaffenden "lokalen Entwicklungsgruppe" damit beginnen zu wollen, vertragliche Vereinbarungen mit der Universität Innsbruck zu entwickeln. Dabei gehe es einerseits um die "Erstellung eines gemeinsamen Konzepts für die pädagogische Ausbildung". Andererseits wolle man eine "gegenseitige Anerkennung von Teilmodulen" erreichen. "Die Inhalte der Module sollen gegenseitig abgesprochen werden", erklärte Märk. Er hoffe, dass man in einem Jahr mit dieser "modularisierten Ausbildung" starten könne.

Gegen verpflichtendes, berufsbegleitendes Masterstudium

Märk sprach sich klar gegen ein Vorhaben des im Auftrag von Unterrichtsministerin Schmied eingesetzten Entwicklungsrates aus, österreichweit Pflichtschullehrer zu einem berufsbegleitenden Masterstudium zu verpflichten. Er halte dies für "problematisch" und könne sich allenfalls eine auf Freiwilligkeit basierende Regelung vorstellen. Öffentlich-rechtlich finanzierte Master-Hochschullehrgänge werde es an der PH-Tirol ab Herbst nicht geben, stellte der Neo-Rektor klar. Ministerin Schmied habe zwar eine entsprechende Finanzierung zugesagt, es sei aber "gesetzlich nicht möglich". Man führe aber konkrete Gespräche mit der Universität, um ab dem Sommersemester 2013 Masterstudiengänge zum Thema "Schulmanagement" unter der Schirmherrschaft der Uni durchführen zu können. (APA, 18.7.2012)

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    Eine Parallelstruktur bei der Lehrerausbildung hält Märk für nicht sinnvoll.

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