Österreichs Anleihezinsen billig wie nie

18. Juli 2012, 15:51
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Bundesfinanzierungsagentur: Bei gleichbleibendem Zinsniveau Ersparnis im dreistelligen Millionenbereich

Wien - Österreich hat trotz Triple-A-Verlust bei der Ratingagentur S&P seinen Status als "sicherer Hafen" verteidigt. Seit Jahresbeginn sind die Zinsen für zehnjährige heimische Staatsanleihen von 3,1 Prozent auf 1,9 Prozent gesunken. "Die Zinsersparnis könnte im dreistelligen Millionenbereich liegen, wenn das Zinsniveau weiterhin so tief bleibt", sagte die Chefin der Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA, Martha Oberndorfer, am Mittwoch. "Das ist gut für alle Steuerzahler". Es sei allerdings in der zweiten Julihälfte noch zu früh, um das Gesamtjahr 2012 zu beurteilen.

Seit Jänner gibt es laut Oberndorfer auch bei österreichischen Staatspapieren mit einer Laufzeit bis eineinhalb Jahre negative Zinssätze. Der Zins beträgt bei diesen Papieren Null Prozent und der Rückzahlungskurs ist niedriger als der Ausgabekurs. Es gebe in Zeiten der Euro-Staatsschuldenkrise "ein totales Bedürfnis nach Sicherheit", betonte Oberndorfer. Österreich gehöre "nach wie vor zu den gefragtesten Adressen.

Deutschland hat heute erstmals eine Staatsanleihe mit negativer Rendite begeben. Eine Versteigerung einer zweijährigen Schatzanweisung ergab am Mittwoch einen Effektivzins von minus 0,06 Prozent.

Krisenländer leiden

Während sich Länder wie Deutschland und Österreich über historisch niedrige Zinsen für ihre Staatspapiere freuen, müssen Krisenländer wie Griechenland und Spanien bei ihrer Budgetfinanzierung tief in die Tasche greifen. Die Zinsen für zehnjährige heimische Staatsanleihen markierten Mittwochvormittag am Sekundärmarkt mit 1,86 Prozent erneut ein Rekordtief. Die Rendite für deutsche Zehnjährige belief sich auf 1,19 Prozent, für Spanien auf 6,93 Prozent sowie für Griechenland auf 24,47 Prozent.

Die Bundesfinanzierungsagentur wird heuer für den österreichischen Staat Bundesanleihen in der Höhe von 20 bis 24 Mrd. Euro begeben. Der gesamte Finanzierungsbedarf inklusive anderer Finanzierungsinstrumente wird mit 27 bis 30 Mrd. Euro beziffert. Laut ÖBFA wurden bereits 75 Prozent der nötigen Mittel abgedeckt. (APA, 18.7.2012)

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