Jugend im Norden Malis bekämpft Islamisten

Bewaffnete Jugendgruppen liefern sich Straßenschlachten mit Mitgliedern von Ansar Dine - Ministerpräsident fordert Regierung der nationalen Einheit

In Mali beginnt sich Widerstand gegen die Machtübernahme der Islamisten im Norden des Landes zu regen. Wie die britische Tageszeitung Guardian berichtet, haben Gruppen von Jugendlichen in einigen Städten des Nordens zu den Waffen gegriffen und versucht die zum Teil mit Al Kaida verbündeten Islamisten zurückzudrängen.

Die Islamisten haben in den vergangenen Wochen die säkularen Tuareg, die sich für die Unabhängigkeit des Nordteils des Landes einsetzen, aus den Machtpositionen gedrängt, die Scharia ausgerufen, öffentliche Auspeitschungen abgehalten und Kulturdenkmäler vernichten lassen.

Auslöser Auspeitschung einer Frau

"Die Jugend marschiert. Sie haben sich bewaffnet und sie verwenden jede Waffe, die sie finden können", sagt Halle Ousmane Cissé, der Bürgermeister von Timbuktu zum Guardian.

Auslöser der jüngsten Unruhen war die Auspeitschung einer Frau in der Stadt Goundam. Ihr wurde vorgeworfen, dass die den Kopf ihres Babys nicht ausreichend bedeckt hatte, während sie das Kleinkind am Rücken trug. Alassane Cissé, Schuldirektor in Goundam erzählt, dass sich die Jugendlichen zuerst beim Spital versammelt hätten und sich anschließend mit der Islamistentruppe Ansar Dine Gefechte geliefert hätten.

Bereits am Montag hatte der Ministerpräsident Malis Cheick Modibo Diarra angekündigt eine Nationale Versammlung einberufen zu wollen. Diese Versammlung soll zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit führen. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hat Mali zur Bildung einer solchen gefordert - und zwar bis zum 31. Juli. Die Zentralregierung im Süden hat jegliche Kontrolle über den Norden des Landes verloren. (red, derStandard.at, 18.7.2012)

NACHLESE

LINK

Share if you care