Torschütze: "Schlecht war Salzburg auch nicht"

Interview18. Juli 2012, 11:41
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Der luxemburgische Sportlehrer Aurélien Joachim will die Schwächen von RB Salzburg nicht verraten. Am Mittwoch ging er wieder zur Arbeit

Wien - F91 aus der 19.000-Seelen-Stadt Düdelingen macht RB Salzburg das Leben schwer. 1:0 gewann der Meister aus Luxemburg im Hinspiel der zweiten Runde zur Qualifikation der Champions League. derStandard.at erreichte am Mittwoch Torschützen Aurélien Joachim am Telefon. Der 25-Jährige ist nicht unbedingt ein Mann vieler Worte, vielleicht auch weil der Sportlehrer gerade zur Arbeit ins Schwimmbad muss. Den Respekt vor dem Gegner hat er aber trotz des überraschenden Sieges keineswegs verloren.

derStandard.at: Wir haben die Salzburger Reaktionen gehört. Wie würden Sie das Spiel zusammenfassen?

Joachim: Es war ein gutes Spiel von beiden Seiten, in dem wir die besseren Chancen hatten.

derStandard.at: In Summe also ein verdienter Sieg?

Joachim: Gegen Ende des Spieles hätten wir sogar das 2:0 machen können.

derStandard.at: Sie trauern also einem höheren Sieg nach?

Joachim: Die Möglichkeit war da, wir haben sie nicht genutzt. Sei's drum, so ist der Fußball eben.

derStandard.at: Alle sprechen von einer Sensation. Ist das Ergebnis auch für Sie überraschend?

Joachim: Wenn Amateure gegen Profis gewinnen, ist es natürlich eine Überraschung. Aber wir haben letztes Jahr im französischen Cup gesehen, was Amateure erreichen können. Im Fußball ist nichts unmöglich.

derStandard.at: Sind alle Ihre Mannschaftskollegen Amateure?

Joachim: Ja, alle.

derStandard.at: Gehen Sie heute zur Arbeit?

Joachim: Ja, ja, natürlich. So wie jeden Tag.

derStandard.at: Wo arbeiten Sie denn?

Joachim: Ich bin Sportlehrer. Ich arbeite in einem Schwimmbad und gebe dort Kindern Unterricht.

derStandard.at: Was arbeiten Ihre Teamkollegen?

Joachim: Ach, die sind durch alle Sektoren verteilt. Einige arbeiten wie ich im Sport, einer im Immobiliensektor, ganz unterschiedlich.

derStandard.at: Mit welcher Taktik sind Sie in das gestrige Spiel gegangen?

Joachim: Wir haben unsere Spielweise nicht großartig verändert. Natürlich muss man etwas mehr Wert auf die Defensive legen. Über unsere Außenspieler können wir aber schnelle Konter fahren, das haben wir auch gut gemacht.

derStandard.at: Haben Sie einen stärkeren Gegner erwartet?

Joachim: Schlecht waren sie ja auch nicht, das ist eine gute Mannschaft. Ich weiß aus der luxemburgischen Nationalmannschaft, dass es gegen eine gut organisierte Mannschaft schwierig ist, das Spiel zu machen und ein Tor zu schießen.

derStandard.at: Aber die Ziele haben sich nach dem Hinspiel wohl verändert, oder?

Joachim: Wir wollten gestern nur ein gutes Spiel machen. Jetzt muss man weitersehen. Aber von einem Match kann man nicht auf das nächste schließen. Jetzt müssen wir zu ihnen. Alles ist offen.

derStandard.at: Wo sehen Sie die Schwächen von Salzburg?

Joachim: Die werde ich Ihnen nicht verraten, sonst werden sie die ja korrigieren. (lacht) Aber ich hoffe, dass sie nächsten Dienstag auch noch da sind. (Philip Bauer, derStandard.at, 18.7.2012)

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    1:0 - Aurélien Joachim ballt die Faust.

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    Im Luftkampf mit Ibrahim Sekagya.

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