Fledermäuse bevölkern Dachboden des Stifts Klosterneuburg

18. Juli 2012, 15:12
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Kolonie mit mehr als 100 Jungtieren. Bei der Renovierung wird Rücksicht auf die Tiere genommen

Klosterneuburg - Seit Jahrzehnten bezieht eine Fledermauskolonie Sommerquartier im Dachboden des Stiftes Klosterneuburg. Rund 150 Weibchen hängen dort tagsüber von den Sparren - viele haben heuer Nachwuchs, das Stift berichtete von mehr als 100 Jungtieren.

Bei der Renovierung des Daches des Barocktraktes wird auf die Großen Mausohr-Fledermäuse, auch "Kirchenfledermäuse" genannt, besondere Rücksicht genommen: Mit den Arbeiten wird gewartet, bis die Tiere das Sommerquartier verlassen haben. Bei der Neudeckung werden dann die alten Dachsparren innen am neuen Unterdach befestigt, damit die Tiere auch im nächsten Sommer wieder ihre altbekannten Plätze finden können. Auch das Ein- und Ausflugsloch unter einer Dachverschneidung wird erhalten bleiben.

Unter Schutz

"Myotis myotis", so die lateinische Bezeichnung, gehört zu den größten einheimischen Arten. Im süddeutschen Raum gilt die Kirchenfledermaus laut Aussendung des Stifts als ausgestorben: In Österreich steht sie unter besonderem Schutz, 2011 war sie "Höhlentier des Jahres" und das NÖ Landesmuseum hat ihr eine Sonderpräsentation gewidmet.

Auf der Jagd nach Insekten fliegen die Tiere bis zu 20 Kilometer weit, bis sie meist in Wäldern ihre Beute finden. Dabei kann das Jagdrevier ein Ausmaß von einigen hundert Quadratkilometern betragen. In Klosterneuburg finden sie durch den Waldreichtum sicher günstige Bedingungen vor. Überwintert wird nach einer Paarungszeit im Herbst schlafend in Kellergewölben oder in Höhlen mit möglichst gleichbleibender Temperatur. (APA, 18.7.2012)

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    Seit Jahrzehnten bezieht eine Fledermauskolonie Sommerquartier im Dachboden des Stiftes Klosterneuburg. Rund 150 Weibchen hängen dort tagsüber von den Sparren - viele haben heuer Nachwuchs, das Stift berichtete von mehr als 100 Jungtieren.

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