HP Österreich: "Bei Tablets haben wir vielleicht Aufholbedarf"

Interview | Karin Tzschentke
18. Juli 2012, 10:34
  • Nächster Karriereschritt für Norbert Schöfberger bei Hewlett-Packard Österreich: Vom PC-Direktor zum Geschäftsführer.
    foto: standard/fischer

    Nächster Karriereschritt für Norbert Schöfberger bei Hewlett-Packard Österreich: Vom PC-Direktor zum Geschäftsführer.

HP-Österreich-Chef Norbert Schöfberger im Interview: "Sind immer noch ein kerngesundes Unternehmen"

STANDARD: Warum kommt es bei HP Österreich zum Chefwechsel?

Norbert Schöfberger: Das geschieht als Teil eines Wechsels der Gesamttransformation der Organisation. Es haben sich da und dort Aufgabenbereiche geändert, unter anderem durch die Zusammenlegung von Drucker- und PC-Sparte. Das Unternehmen kam zur Ansicht, dass man nach fünf Jahren einen Wechsel durchführen und die Verantwortung neu mischen kann. Der Abgang von Rudolf Kemler aus der Geschäftsführung erfolgt aber sehr strukturiert und partnerschaftlich. Bis Oktober arbeiten wir als Team.

STANDARD: Als Herr Kemler 2008 HP-Chef wurde, gab es lokal 30 freie Stellen zu besetzen, die internationalen Quartalsgewinne lagen im hohen zweistelligen Bereich. Jetzt kämpft HP mit starken Umsatzrückgängen und baut weltweit im großen Stil Leute ab. Keine rosige Ausgangsbasis für Sie.

Schöfberger: Auch wenn wir im gesamten europäischen Markt im zweiten Quartal mit Ende April sieben Prozent weniger Umsatz machten, kann ich für Österreich sagen, dass wir sehr stabile Verhältnisse haben.

STANDARD: Stabil bedeutet aber: Sie wachsen nicht.

Schöfberger: Wenn wir uns mit der Entwicklung der Gesamtwirtschaft in Österreich und mit unseren Mitbewerbern vergleichen, sind wir weiterhin gut aufgestellt. Jedes dritte Notebook, jeder zweite PC und Server kommt von uns, im Druckerbereich haben wir mehr als 60 Prozent Marktanteil. Das ist schon eine solide Basis. Wir sind insgesamt immer noch ein kerngesundes Unternehmen.

STANDARD: Weltweit werden 27.000 Stellen abgebaut. Das sind etwa acht Prozent der gesamten Mitarbeiter. HP Österreich hat den Angaben nach 850 Leute. Heruntergerechnet wären das 68 Stellen hierzulande.

Schöfberger: Wir haben aktuell keine Zahlen für Österreich, und ich kann das nicht kommentieren. Wir sind momentan in der Phase, dass wir entsprechend der Vorgaben Strukturen und Teams formieren. Je nachdem, wie die Konzernspitze auch in Österreich die Erwartungshaltung dazu setzen wird, wird die Struktur in Österreich aufgestellt sein. Unsere Aufgabe hier ist es, dass wir weiter ordentlich und besser als in der Vergangenheit arbeiten können.

STANDARD: Als noch größter PC-Hersteller sind Sie mit einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert. Die chinesische Lenovo ist HP dicht auf den Fersen. Und Sie können im boomenden Tablet-Segment nichts vorweisen. Wie will HP da an der Spitze bleiben?

Schöfberger: In unserem angestammten PC- und Notebookbereich mit klassischen Formfaktoren sind wir wie gesagt extrem gut aufgestellt. Bei Geräten wie Tablets, die aus Herstellersicht zu Me-too-Produkten werden, haben wir vielleicht Aufholbedarf. Die Frage ist aber: Wo werden sich diese Geräte konsolidieren und was wird danach kommen? Unsere Forscher und Entwickler sind an dieser Frage dran. Wenn man ab jetzt in einem Zeitraum von zwölf bis 18 Monaten denkt, bin ich sehr überzeugt, dass wir da sehr spannende Dinge auf den Markt bringen werden.

STANDARD: Die was sein könnten?

Schöfberger: Das ist noch in einer sehr frühen Phase und lässt sich noch nicht schärfen.

STANDARD: Was halten Sie davon, dass Microsoft jetzt selbst Tablets baut?

Schöfberger: Wir kommentieren die Produktstrategie anderer Unternehmen nicht. Microsoft ist und bleibt einer der größten HP-Geschäftspartner. In diesem Sinne werden wir weiter kooperieren.

STANDARD: Was erwarten Sie sich von Microsofts neuer Betriebssystemversion Windows 8?

Schöfberger: Windows 8 wird sicher den Markt beleben, besonders rasch im Privatkundenbereich. Ich denke, dass zum Weihnachtsgeschäft die ersten Geräte verfügbar sein werden.

STANDARD: Wie entwickelt sich Ihr Druckergeschäft?

Schöfberger: Damit sind wir in Österreich sehr zufrieden. Sowohl im Geschäftskundenbereich als auch im Privatkundenmarkt, wo die Kunden ja sehr preissensibel sind. Wir werden uns dennoch nicht verleiten lassen, auf Qualität zu verzichten, und zeigen keine Tendenz für einen 19-Euro-Drucker. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 18.7.2012)

Norbert Schöfberger (44) begann seine Karriere bei HP Österreich 2001. Seit 2006 war der studierte Maschinenbauer für die PC-Sparte verantwortlich, die im Frühjahr aus Spargründen von HP-Chefin Meg Whitman mit dem Druckergeschäft zusammengelegt wurde.

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9 Postings
Drucker?

Welche Marke kann man heute noch im Businessbereich empfehlen? - die Modelle der hier behandelten Firma sind ... naja, abg'schermte Plastikzahnradln überall, netamal das Papier in der Lade anheben derpacken die noch - durchgeheizte Fixierer in Serie, die es nur quartalsweise und zu Apotheker(sic!)preisen nachzubestellen gibt, die kleineren Modelle hängen sich hin und wieder am Netz einfach auf ... aber sie sind leicht wegzutragen, nur mehr alles Plastik.
Die berühmten 2 Griffe vermißt man dabei nicht, die täten nur abbrechen, also unten in die Mulden greifen und "bin the (duplex) bin".
Zum Trost, es gibt noch wo den einen oder anderen Laserjet 4000/4/4L, die laufen und laufen ... auch noch mit Nachbautonern, original eh nimmer zu kriegen.

HP hat meiner Erfahrung nach überall Aufholbedarf, vor allem beim Service (laut letztem C´t Umfrage waren afaik nur 5-10% aller Servicefälle zufreidenstellend ausgefallen, kann mich aber irren).Die Latops um <1000€ sind meist klapprig, schlecht durchdacht und immer voller Crapware.

Dem kann ich nicht zustimmen

Servicefälle sind bisher immer zu meiner Zufriedenheit beendet worden, zb defekte Festplatte --> keine auf Lager, daher Notebooktausch auf stärkeres Modell der Serie

Meinen dv6 hab ich um knapp 800€ bekommen (DiTech) und da rennt alles was ich als Softwareentwickler & Gamer so brauch. Einziges Problem das ich bisher bei allen HPs (leider ausnahmslos) feststellen konnte: Der Lüfter wird nach knapp einem dreiviertel Jahr unerträglich laut weil die Lüftungsschlitze verstopft sind (und eben auch entsprechend heiß).

Kann ich bestätigen! Suchte einen Laptop der alle neuen Spiele in guter Qualität darstellt und bin auf einen dv6 gestoßen, meine Erwartungen wurden erfüllt. Außerdem hätte ich für ein Notebook in dieser Leistungsklasse bei Apple und Co. wesentlich mehr zahlen müssen.

"HP Österreich hat den Angaben nach 850 Leute. "

das sind vielleicht die fest angestellten ("heads") in 1120, graz und dornbirn - wie viele als contractors bzw. ausgelagert bei anderen firmen arbeiten, ist natürlich eine andere frage. diese - welche unter anderem support erbringen - wird es eher doppelt und dreifach treffen.

Interviews mit Chefs von Niederlassungen in Österreich sind selten ergiebig. Hier wird eben nur vertrieben und verwaltet und der Informationsstand über die Konzernstrategie liegt oft gleichauf mit dem der Medien. War beim Samsung Interview auch schon so.

vielleicht?

alles nur eine frage der betonung. schlag nach bei vitasek und seinen verschiedenen interprationen von "du sollst nicht begehren deines nächsten weib".

HP-Österreich: "Bei Tablets haben wir vielleicht Aufholbedarf"

VIELLEICHT????

Abgesehen davon hatte ich noch nie ein HP Notebook welches zufriedenstellend war! Reine Heizkisten!

Ein Kollege hat ein HP Ultrabook, echt ein tolles, leichtes und mobiles Gerät! Leider ist das Netzgerät dazu größer und schwerer als ein 1l Eisteepackerl ... somit ist die Mobilität mit dem Gerät wieder vorbei ...

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