Hackbare Spielkonsole Ouya soll keine Piraten-Plattform werden

18. Juli 2012, 04:59
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CEO Uhrman sieht in Offenheit keinen Widerspruch zu Sicherheit und bestätigt Authentifizierung über Server

Die Spielkonsole Ouya wird es Entwicklern erlauben, die auf dem Mobile-System Android basierte Software zu modifizieren und direkten Zugriff auf die Hardware zu haben. Das solle aber nicht bedeuten, dass man es Software-Piraten besonders leicht machen werde, Spiele zu kopieren und kostenfrei zu nutzen. "Ouya wird genauso sicher sein wie jedes andere Android-Gerät. Tatsächlich haben wir eine zusätzliche Absicherungsebene, weil jeder Bezahlinhalt die Authentifizierung über eigene Ouya-Server benötigt", betont Ouya-CEO Julie Uhrman in einem Interview mit Eurogamer.

Offenheit ist nichts Schlechtes

Uhrman zufolge müssten Entwickler nicht fürchten, dass ihren Werken die recht bald die Einkommensgrundlage entzogen würde. Plattformoffenheit sei nicht mit Pirateriefreundlichkeit gleichzusetzen. "Beim Hacken und der Offenheit geht es darum, die Hardware nach den eigenen Vorstellungen zu nutzen. Das Rooten eines Geräts gibt einem keinen Zugang zu den Software-Inhalten.", so die Projektgründerin.

Weniger ist mehr

Auch durch Kritiker, die der Ouya aufgrund mangelnder Exklusiv-Spiele und der starken Konkurrenz seitens Sony, Microsoft und Nintendo eine Todgeburt prognostizieren, wollen sich die Entwickler nicht verunsichern lassen. In wenigen Tagen konnte das Team über fünf Millionen US-Dollar von interessierten Konsumenten und Unterstützern aus der Industrie über das Portal Kickstarter sammeln. "Wir haben genug Geld gesammelt, um ein tolles Produkt zu bauen, genau wie wir es geplant hatten. Wir zeigen, dass bei Games 'weniger mehr ist'. Wir brauchen keine modifizierten Chips oder teure First-Party-Spiele, wir müssen nur ein offenes System entwickeln, dass großartige Spiele unterstützt.", sagt Uhrman.

Unterstützer

Zu den prominenteren Unterstützern des Projekts gehört "Minecraft"-Entwickler und Mojang. Das Studio habe dem Projekt nicht nur finanziell unter die Arme gegriffen, auch habe man zugesichert, dass "Minecraft" für Ouya erscheinen wird, sofern die Konsole wie versprochen umgesetzt würde. Ziel sei es langfristig Entwickler dazu zu bringen eigens Werke für Ouya zu designen, dennoch erwartet Uhrman, dass zahlreiche etablierte Franchises für Android-Geräte angepasst und portiert werden. Ouya biete wie eine PlayStation oder Xbox ein typisches Heimkonsolenerlebnis am Fernseher - mit Controller. "Bei Ouya geht es nicht darum, Mobile-Games am Fernseher zu spielen." (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 18.7.2012)

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    foto: ouya
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