Zwei Tage Innenstadtsperre: Stadt Salzburg zieht positive Bilanz

17. Juli 2012, 20:02
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Weniger Autos in der Altstadt, mehr Fahrgäste in den Öffis - Vizebürgermeister Preuner erneut verärgert

Salzburg - Der Magistrat Salzburg hat nach zwei Tagen "Innenstadtsperre" und "Schlechtwettersperre" eine positive, erste Bilanz gezogen: Das angepeilte Ziel, dass weniger Autos in die Altstadt fahren und mehr Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, sei erreicht worden, teilte die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mit.

"Statt durchschnittlich 2.000 Autos, die zur Sommer-Spitzenstunde in der Altstadt-Zone fahren, wollten wir 300 bis 500 erreichen. Die Verkehrsradar-Zählungen zeigen, dass wir das geschafft haben", freute sich der federführende Verkehrsjurist der Stadt, Norbert Ablinger.

Der Stau auf den zwei Einfahrtsstraßen Münchner und Innsbrucker Bundesstraße habe sich in Grenzen gehalten. Auf den Park&Ride-Plätzen Messe und Flughafen seien heute erneut 600 Kombi-Tickets für den öffentlichen Verkehr (um zwölf Euro für bis zu fünf Personen inklusive Parkgebühr, Anm.) verkauft worden. Laut Chef der Salzburger Lokalbahnen-Obus, Gunter Mackinger, wurden am Montag rund 1.750 zusätzliche Fahrgäste gezählt, die von den beiden Parkplätzen mit den Öffis in die Altstadt fuhren. Heute seien es zusätzliche 2.150 Fahrgäste gewesen. Auch die Chauffeure der Regionalbusse hätten an beiden Tagen eine deutlich erhöhtes Fahrgastaufkommen gemeldet.

Starker Anstieg nach Sperre

Offenbar haben viele Fahrzeuglenker auf die Aufhebung der Sperren gewartet und sind dann wieder ins Zentrum gefahren. In der Neutorstraße stieg der Autoverkehr zum Zeitpunkt der Aufhebung der Regensperre um 12.30 Uhr stark an.

Die Innenstadtsperre, offiziell "Mittagsregelung" genannt, ist jeweils werktags von 10.00 bis 14.00 Uhr bis 17. August in Kraft. Die "Schlechtwettersperre" wird im Sommer an Regentagen aktiviert. In den vergangenen zwei Tagen leitete das Staumanagement die Urlauber-Autos ab 9.00 Uhr bzw. um 9.30 Uhr auf die P&R-Plätze um. Die Regelung werde noch feinjustiert, sagte Ablinger. "Wir gehen in Richtung Beginn um 10.00 Uhr." Am Freitag könnte es aufgrund des prognostizierten schlechten Wetters wieder so weit sein.

Erneut verärgert über die beiden Regelungen zeigte sich heute Vizebürgermeister Harald Preuner (V). "Obwohl in den Innenstadtgaragen massenweise freie Stellplätze zur Verfügung gestanden sind, wurde wie gestern wieder viel zu früh, nämlich bereits ab 9.00 Uhr, abgeleitet. Insgesamt waren zur Mittagszeit wieder über 1.000 Stellplätze in der Innenstadt verfügbar, während auf den Parkflächen Messezentrum 320 sowie am Flughafen 80 Einfahrten, also insgesamt lediglich 400, gezählt wurden. Das ist genauso wie gestern ein eklatantes Missverhältnis", wetterte Preuner. (APA, 17.7.2012)

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