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Partito di plastica - schon bei der Gründung von Forza Italia prägten italienische Soziologen den treffenden Begriff für die "künstliche Partei" ohne Fußvolk, ohne Mitgliedsausweise und ohne Entscheidungsgremien. Eine Partei unter dem simplen Motto "Wer zahlt, schafft an". Das Geld kam aus der Tasche des Medientycoons Silvio Berlusconi, die wenigen Parteitage gerieten zu peinlichen Huldigungszeremonien für den Cavaliere. Wer sich nicht fügte, wurde - wie Gianfranco Fini - einfach gefeuert.
"Ich habe Kürbisse zu Prinzen gemacht", beschrieb Berlusconi sein persönliches Auswahlsystem, das attraktive Showgirls wie Mara Carfagna im Handumdrehen zu Ministerinnen beförderte. Dass sich der Cavaliere jetzt im Alleingang zum sechsten Mal zum Spitzenkandidaten kürte, beweist nur eines: Im "Volk der Freiheit" hat sich in zwei Jahrzehnten nichts geändert. Die Partei ist auf Gedeih und Verderb vom Willen des 75-Jährigen abhängig.
Nach unzähligen Skandalen, Prozessen und leeren Versprechungen kehrt Berlusconi mit einer Selbstverständlichkeit auf die politische Bühne zurück, die in jedem anderen EU-Land unvorstellbar wäre. Die Mehrheit der Italiener, die gehofft hatte, die Auftritte jenseits der Peinlichkeitsgrenze endlich los zu sein, muss sich ernüchtert auf neue Eskapaden einstellen. Und auf Sätze wie diese: "Ich habe Italien vor dem Kommunismus gerettet. Das ist die historische Wahrheit, und darauf bin ich stolz." (Gerhard Mumelter, DER STANDARD, 18.7.2012)
Das eigentliche Wunder, das der neue Premier Letta vollbrachte, ist ein längst fälliger Generationswechsel
Italiens Politik bleibt in ihrem byzantinischen Regelwerk gefangen
Der bisherige Regierungschef Mario Monti ist in Italien immer unbeliebter
Die SVP ist durch Flügelkämpfe gelähmt und durch Skandale angeschlagen
'auf die politische Bühne zurück, die in jedem anderen EU-Land unvorstellbar wäre. Die Mehrheit der Italiener, die gehofft hatte, die Auftritte jenseits der Peinlichkeitsgrenze endlich los zu sein, muss sich ernüchtert auf neue Eskapaden einstellen'.
Nun, wenn er die Wahlen nicht gewinnt und überlicherweise gewinnt man wahlen nicht, wenn man nicht die Mehrheit hat, ja dann, sind die Italiener ihn eh los, er ist dann halt Statist im Parlament. Aber es hat halt nunmal jeder das aktive und passive Wahlrecht. Und wenn ihn die Mehrheit wählt, ja dann. Nur ein Merkelianer fordert die marktkonforme Demokratie.
In jedem anderen EU-Land? Der war gut. Was in jedem anderen EU-Land alles möglich ist, möchte ich gar nicht wissen.
Ist das tatsächlich so unvorstellbar? Ich sag nur Haider ...
Dort zahlt sich´s der Alte wenigstens selber. Uns greifen sie dafür ungeniert in die Tasche.
Ich hätte da eine gute Idee : Politiker müssen kostenlos arbeiten. Wetten, daß das italienische Parlament flugs leer ist ? Und wahrscheinlich auch unseres.
Da würden sich bei Regierungstreffen vielleicht noch Haselsteiner, Prinzhorn und Berlusconi unterhalten.
Aber sie würden uns wenigstens nichts kosten. Schlechter kann das auch nicht sein.
Was sich der Berlusconi selbst zugeschanzt hat, lässt einen Karl-Heinz, einen Alfons, einen Ernst, einen Walter ausschauen wie dumme Schulbuben. Von den Marktmanipulationen will ich gar nicht reden. Von den Kosten, die das Abtragen des Rechtsstaats verursacht hat, auch nicht. Es ist ja wohl kaum ein Zufall, dass die Mafia unter Berlusconi wieder Fuß fassen konnte. Was der Mann Italien gekostet hat, sprengt mit Sicherheit jede Vorstellungskraft.
Und denen nun die Mafiaverfolgung als Verdienst anzurechnen wäre auch gewagt , immerhin waren das unabhängige Behörden die ihre Erfolge gegen Mafiosi und von ihnen abhängige Politiker zutage förderten.
...ja noch rechtzeitig vor der Wahl der Schlag. Bei dem ungesunden Lebenswandel und dem fortgeschrittenen Alter (75!) sollten die Chancen doch recht gut stehen, dass sich das Problem Silvio B. auf biologische Weise löst.
Das Problem: Auch dann würde in Italien so schnell nichts Gescheiteres nachkommen...
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