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Noch-Intendant David Pountney schaut zu: Nachfolgerin Elisabeth Sobotka mit Festspielpräsident Hans-Peter Metzler.
Bregenz/Graz - Alfred Wopmann habe die Finger nicht im Spiel gehabt, versichert man - obwohl der Schluss naheliegt. Denn der ehemalige Intendant der Bregenzer Festspiele ist nun Aufsichtsratsvorsitzender der Grazer Theaterholding. Und in dieser Funktion gab er am Dienstag zeitgleich mit der kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Bodensee bekannt, dass Elisabeth Sobotka, seit 2009 erfolgreiche Intendantin der Grazer Oper, ab Jänner 2015 für zunächst fünf Jahre die Bregenzer Festspiele leiten wird.
Die 46-jährige Wienerin folgt auf den Briten David Pountney, dessen Intendanz 2013 endet. Mit Beginn der diesjährigen Festspiele heute, Mittwoch, endet damit ein länger andauerndes Such- und Verwirrspiel. Vor 14 Monaten, am 24. Mai 2011, präsentierte man Roland Geyer, den Direktor des Theaters an der Wien, als Intendanten. Doch schon nach wenigen Monaten kam es zu Unstimmigkeiten: Geyer wollte bei der Cashcow, dem Spiel am See, vom bisherigen Zweijahresrhythmus abrücken - und jährlich eine Großproduktion auf die Monsterbühne wuchten. Den Verantwortlichen war das finanzielle Risiko aber zu hoch: Am 24. Jänner gab die Bregenzer-Festspiele-Privatstiftung bekannt, dass es keine Zusammenarbeit mit Geyer geben werde; Pountney werde auch 2014 die künstlerische Leitung des Festivals innehaben - als Kurator.
Bei ihrer Vorstellung wollte Sobotka das heiße Eisen Zweijahresrhythmus nicht angreifen. Die Seebühnenproduktion sei natürlich das "Herz" des Unternehmens: "Der See muss funktionieren, damit die Festspiele funktionieren", betonte Sobotka.
Gereizt hätten sie vor allem drei Möglichkeiten: zum einen der einmalige Ort am See mit einer Bühne, über die man Tausende erreichen könne; dann das Festspielhaus für klassische Oper und die Werkstattbühne, um neue Opernformen zu erproben. "Wenn man dieses Ambiente sieht, hat man Lust, Oper zu machen", sagte sie. Welche konkreten Ideen sie für 2015 habe, ließ sie offen.
Festspielpräsident Hans-Peter Metzler zeigte sich glücklich über den Coup. Für Sobotka habe u. a. die Arbeit an großen internationalen Häusern gesprochen. "Sie ist sozusagen gelernte Intendantin", so Metzler. 24 Personen hätten sich beworben; der Name Sobotka sei nicht nur beim Stiftungsvorstand einstimmig und unangefochten auf Platz eins gestanden, sondern auch beim Beratergremium. Man habe außerdem in intensiven Gesprächen Klarheit geschaffen bezüglich Ausrichtung und Strategie des Festivals.
Sobotka bedankte sich bei den Verantwortlichen der Grazer Oper, wo sie vertraglich bis 2017 verpflichtet ist, für deren Entgegenkommen. Der Grazer Kulturstadtrat Michael Grossmann (SP) nannte Sobotkas Abgang einen "herben Verlust" für die Grazer Kulturszene; der steirische Kulturlandesrat Christian Buchmann (VP) gab bekannt, dass er die Entscheidung "zur Kenntnis" nehme. Er habe Wopmann beauftragt, unverzüglich die Opernintendanz auszuschreiben. (APA/trenk, DER STANDARD, 18.7.2012)
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