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Es treten auf: Christoph Wagner-Trenkwitz und Gabriele Schuchter als Professoren Süffle und Würmchen, weiters Tenor Sebastian Reinthaller als zu Examinierender. So weit, so Vogelhändler: nämlich die ohrwurmgespickte Operette des komponierenden k. u. k. Ministerialrats Carl Zeller, uraufgeführt 1891.
Indes: Süffle und Würmchen tragen keinen akademischen Talar, sondern Dallas-Outfit und Colts, und ihr Auftrittslied ist noch keine 121 Jahre alt: "Ich bin der Analyst, der alle Daten misst, wann wem das Geld verpufft, dann wird er abgestuft, und ist er nicht liquid, dann kriegt er einen Tritt."
Regisseurin Isabella Gregor hat die Geschichte rund um den Tiroler Vogelhändler Adam und die rheinpfälzische Christel von der Post für ihre Inszenierung beim Lehár-Festival Bad Ischl szenisch und textlich aufgepeppt. Bunte Kostüme, ein tanzender gelber Postkasten mit Lederhose, ein pastellfarbenes Kletterwand-Bühnenbild und das Ensemble aus mehrheitlich blutjungen Sängern sorgen für einen vergnüglichen Abend mit intelligenter Unterhaltung.
Bloß Rupert Bergmann als Baron Weps muss ein wenig des Guten zu viel den alten Lustmolch markieren. Als sein Neffe Stanislaus agiert der Chinese Kejia Xiong mit gut ausgebildetem Tenor, kaum merklichem Akzent und Selbstironie ("Schaue ich nicht etwas zu asiatisch für diese Rolle aus?" ). Der Chor leistet Schwerarbeit beim Herumturnen und Tanzen in der Kulisse.
Leider hapert es bei der Textverständlichkeit, viele der mit Tempo gerissenen aktuellen Schmähs gehen angesichts der schlechten Akustik im Ischler Kongress- und Theaterhaus unter. Dass dieser Umstand der Güte des Orchesterklangs nichts anhaben konnte, dafür sorgt Oliver Ostermann mit einer Spitzenleistung als Dirigent. (kivi, DER STANDARD, 18.7.2012)
Bis 2. 9.
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