Finanz setzt Airport-Händler Frist bis August

  • Die leeren Shops von Shopbetreiber Sardana sollen bald der Vergangenheit 
angehören. Der Flughafen will rasch neu vermieten.
    foto: christian fischer

    Die leeren Shops von Shopbetreiber Sardana sollen bald der Vergangenheit angehören. Der Flughafen will rasch neu vermieten.

Drei weitere Insolvenzanträge vom Finanzamt Wien - Neues Hotel am Flughafen

Wien - Die Verbindlichkeiten über jene drei Firmen des Shopbetreibers Rakesh Sardana, über die das Insolvenzverfahren bereits eröffnet wurde (Striberny, Saveria und Artifacts), summierten sich bisher auf 5,5 bis sechs Mio. Euro - wobei das Finanzamt mit vier bis 4,5 Mio. Euro der größte Gläubiger ist. Etwa 600.000 Euro fordert die Krankenkasse und 500.000 Euro der Wiener Flughafen, sagte die Vizepräsidentin des Landesgerichts Korneuburg, Christa Zemanek, dem Standard.

Mittlerweile wurde bekannt, dass das Finanzamt Innere Stadt bereits am 25. Mai Insolvenzanträge über drei weitere Sardana-Firmen eingebracht hat. Betroffen sind die Sardana-Holding, die Sardana Handels Gesellschaft und Mostly Mozart. Die Finanz einigte sich mit Sardana auf ein Moratorium, wonach die Verbindlichkeiten bis spätestens 10. August beglichen werden müssen. Andernfalls wird die Insolvenz eröffnet.

Insgesamt werden die Verbindlichkeiten des einstigen "Shop-Kaisers", der auch in der Wiener Innenstadt attraktive Standorte betreibt, auf 22 bis 25 Mio. Euro taxiert. Der Großteil entfällt auf die Finanz, Krankenkasse und Vermieter. Der Erste Bank schuldet Sardana rund 4,5 Mio. Euro.

Seitens des Wiener Flughafens, dem Sardana insgesamt rund 2,5 Mio. Euro schulden soll, ist man zuversichtlich, die etwa 30 von ihm gemieteten Shops rasch neu vermieten zu können. Der Airport stellt nun den Masseverwaltern (bisher drei) monatlich fast eine Mio. Euro in Rechnung. 250.000 Euro Mindestmiete monatlich pro Geschäft plus 500.000 Euro Pönale plus Betriebskosten. Gestern, Dienstag, gingen die Verhandlungen mit den Masseverwaltern los. Bis Ende August will der Flughafen die Angebote der neuen Mieter unter Dach und Fach haben, Ende September soll die Vergabe erfolgen. Im Herbst könnte auch die Ausschreibung für ein neues, zweites Hotel erfolgen. Geplant ist ein Dreisternehotel, also eine Kategorie unter dem bestehenden NH-Hotel.

US-Flüge im neuen Terminal

Weil der neue Terminal Skylink zu klein für die gesamte Star-Alliance-Gruppe ist, werden einige Langstreckenflüge der AUA (Washington, New York, Toronto) sowie einige Nicht-EU-Flüge bisher am alten Pier Ost abgefertigt. Nachteil für Business-Reisende: Es gibt dort keine Lounge mehr. Das soll sich jetzt alles ändern: Die AUA verlagert ab Dienstag die Flüge nach New York und Washington in den neuen " Check-in 3"-Terminal. Im Pier Ost soll künftig wieder eine eigene AUA-Business-Class-Lounge errichtet werden.

Die irische Billigairline Ryanair hat am Dienstag das Übernahmeangebot für den heimischen Konkurrenten Aer Lingus veröffentlicht. Das Angebot von 1,30 Euro je Aktie oder 694 Mio. Euro gilt bis zum 13. September. Aer Lingus rät seinen Aktionären, das Offert abzulehnen. Das Angebot liegt laut Ryanair rund 38 Prozent über dem Schlusskurs vor Bekanntwerden des Angebots am 19. Juni. Die Übernahme ist nur dann bindend, wenn mindestens 50 Prozent die Aktien verkaufen. Aktuell hält Ryanair bereits rund 30 Prozent an der einstigen Staatsairline. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 18.7.2012)

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