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Auch Italiener, die Premier Mario Montis opferreichen Sparkurs nicht teilen, hatten dem Mailänder Ökonomen vor allem eines zugebilligt: Italien wieder zu internationalem Ansehen verholfen zu haben. Jetzt beherrscht der Cavaliere wieder die Schlagzeilen - und lässt kein Fettnäpfchen aus.
Erste Kostprobe: ein Interview mit der deutschen Bild-Zeitung. Er sei " oft und hartnäckig um seine Kandidatur" gebeten worden, versichert Berlusconi. Seine Ankündigung, die Partei werde zur früheren Bezeichnung Forza Italia zurückkehren, stieß vor allem in der ehemaligen Nationalen Allianz auf erregte Proteste.
Berlusconi beschwichtigte umgehend. Es handle sich nur um "einen Vorschlag, der den Parteigremien zur Diskussion vorgelegt werden soll". Der Bild-Reporter sei einem "Missverständnis aufgesessen". Doch der Journalist dementierte unter Verweis auf den Tonbandmitschnitt.
Es sollte nicht das einzige Dementi bleiben. Berlusconis Behauptung, er pflege ein "sehr herzliches Verhältnis zu Angela Merkel", wurde von deren Sprecher ins Reich der Fantasie verwiesen: "Merkel und Berlusconi haben sich seit dessen Rücktritt im November nie mehr gesehen."
Im "Volk der Freiheit" herrscht Unruhe über Berlusconis einsame Entscheidung, zum sechsten Mal für das Amt des Premiers zu kandidieren. " Erst vor wenigen Wochen hat die Partei Vorwahlen zur Ermittlung des Spitzenkandidaten angekündigt", erregt sich Roms Bürgermeister Gianni Alemanno. "Man kann Entscheidungen nicht auf diese Weise umstoßen."
Der rechte Flügel um Exverteidigungsminister Ignazio La Russa überlegt, die Partei zu verlassen. Bei Exkulturminister Giancarlo Galan hat Berlusconis Ankündigung dagegen "gleich mehrere Orgasmen ausgelöst". Doch im "Volk der Freiheit" hat das große Zittern längst begonnen. Denn der Cavaliere will einen Großteil der von ihm selbst bestellten Führung feuern und sich mit einer "Mannschaft von 40-Jährigen umgeben".
"Haremsdame" soll gehen
Zur Aufpolierung seines Images drängt er die als "Haremsdame" seiner Villa in Arcore bekannte Regionalratsabgeordnete Nicole Minetti zum Rücktritt. Die fordert dem Vernehmen nach als Gegenleistung eine Leibrente - alles wie gehabt. Vielen Höflingen gewähre der Premier keinen Zugang mehr, wissen die Medien. Mit mehreren weiblichen Abgeordneten und einem neuen Spindoctor bastle Berlusconi an seiner Wahlstrategie und an einer Liste neuer Gesichter. Als er am Montag unter großer Geheimhaltung sechs internationale Ökonomen in seine Villa in Lesmo einlud, fiel die Absenz des gedemütigten Parteichefs Angelino Alfano auf.
Aber nur wenige Demoskopen teilen Berlusconis Überzeugung, er könne 30 Prozent der Stimmen holen. Die Schätzungen liegen zwischen 18 und 22 Prozent.
Indessen mehren sich die Proteste der Regionen und Gemeinden gegen Montis radikales Spardiktat. Die Präsidenten der autonomen Regionen Friaul, Aosta, Trentino und Südtirol forderten bei einem Treffen am Montag ein dringendes Gespräch mit Monti. "Wir werden uns mit allen Mitteln gegen diesen autoritären Sparkus wehren", so der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder, der die Verletzung bestehender Abkommen beklagt: "Letzthin wurde in Wien der 20. Jahrestag der Streitbeilegung begangen. Doch seit 20 Jahren hat es keine vergleichbar delikate Situation für die Autonomie gegeben." Monti bestehe auf einer Kürzung des Landeshaushalts um 1,3 Milliarden Euro. Die autonomen Regionen lehnen die von Rom beschlossenen Einsparungen im Gesundheitsbereich ab. (Gerhard Mumelter aus Rom, DER STANDARD, 18.7.2012)
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berlusconi macht in jahrelanger raffgier das land kaputt,
monti flickt es notdürftig zusammen
damit berlusconi dann weitermachen kann
vielleicht ist es mit den italienern so ähnlich wie mit den kärntnern: sie sind einfach nicht reif für demokratie
die californier haben den arnold als gouvernator gewählt(laut einem netten indischen pärchen aus californien) weil die halt alle auf hollywood stehen....
in bella italia haben ihn damals auch wegen seiner medienpräsenz, money...gewählt, wieder.......
dann schnauze voll.......wenn sie wieder so dumm sind,.....
na ja mal die wahlen bei uns anschauen......
aber viele leute tun sich mit der selbstverantwortung halt schwer.......
...und seine korrupte bande dürfen nie mehr an die macht!
italien ist nicht der privatspielplatz eines vertrockneten exentertainers der nichts als (minderjährige) prostituierte und schmiergelder als lebensinhalt hat....
Gibt es wirklich jemanden der glaubt Berlusconi werde nie wieder als Politiker aktiv und sich bis zum Ende seiner Tage raushalten?
Eigentlich bin ich nur überrascht, dass er sich so lange Zeit gelassen hat seine Rückkehr anzukündigen.
... warum hier ein von den Menschen in freier Wahl gewählter Regierungschef so runtergemacht wird (abgesehen davon, dass er - wie inzwischen die meisten Politiker - fern jeder Verantwortung agiert) und ein durch nichts demokratisch legitimierter von der EU eingesetzter Regierungskommissär, der aus einem Haus der Finanzindustrie kommt, so wütend verteidigt wird.
Das ist der Weg, den wir gehen wollen?
Die Show beginnt doch wieder nur,wenn ihn genug wählen.Und dann werden die restlichen Europäer frustriert sein,die wieder täglich mit völlig absurden Meldungen überhäuft werden.
Das Vorbild für die mangelnde Rücktrittskultur österr. Politiker dürfte in Italien zu finden sein...
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