Hoteliers leiden unter Online-Plattformen

17. Juli 2012, 14:36
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Der Fachverband kritisiert Buchungsplattformen im Internet. Die hohen Provisionen im Internet würden die Betriebe belasten

Wien - Die heimischen Hoteliers stöhnen unter der hohen Provisionsbelastung durch Internet-Buchungsplattformen wie Booking.com, HRS und Hotel.de. Sie haben sich bisher aber zum Teil auch zu wenig um die Selbstvermarktung im Internet gekümmert. "Die Hotellerie muss ihre Hausaufgaben im Internet machen", so der Appell des Fachverbandsgeschäftsführers in der Wirtschaftskammer Österreich, Matthias Koch. Dazu gehöre eine attraktive Website, ein eigenes Buchungs-Tool und die Überlegung, wie man "Traffic" auf die Website bekomme, sagte er am Dienstag.

Derzeit verlangen internationale Online-Buchungsportale für die Vermittlung von Gästen zwischen zwölf und 25 Prozent des Zimmerpreises von den Betrieben. "Die Hotellerie wird von der Wucht des Tagesgeschäfts überrollt und hat keine Zeit für den Vertrieb", erklärte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Klaus Ennemoser. Die Branche ist den Angaben zufolge durchaus bereit, für die Leistungen der Online-Vermittler zu bezahlen, aber nicht so viel wie derzeit.

Unter zehn Prozent

"Die Provision soll unter zehn Prozent sinken, dann hätten wir alle ein gutes Leben", so Ennemoser. Die derzeitigen Provisionsforderungen bezeichnete er als "unverschämt". "Es geht um eine Marktmacht", so Koch. Das Verhältnis zwischen den Hotels als den eigentlichen Leistungsträgern und den Vermarktern sieht er aus dem Gleichgewicht. Tausende Hotels stünden acht bis zehn dominierenden Buchungsplattformen gegenüber.

Die Marktmacht müsse durch bilaterale Gespräche, einem neuen Wettbewerber, eine eigene Buchungsplattform oder ein neues Geschäftsmodell gebrochen werden. "Man muss sich die Frage stellen, warum man jene, die für die Dienstleistung zahlen, so vergrämt", so Koch. "Wir haben ein tolles Produkt in Österreich - das Schlechteste ist die Vermarktung", bedauert Ennemoser.

Dennoch gute Buchungslage erwartet

Die heimischen Beherbergungsbetriebe sind allerdings heuer gut gebucht. "2011 haben die Hoteliers fast wieder das Niveau vor der Lehman-Krise erreicht und 2012 geht das so weiter", sagte Ennemoser. Die Pleite der US-Bank Lehman hatte 2008 weltweit eine Finanzkrise ausgelöst. In den vergangenen fünf Jahren verbuchten die Hotels aber dennoch eine Steigerung der Nächtigungen um rund 6 Prozent. Die Umsätze halten da allerdings nicht mit: So manche Nächtigung wurde mit günstigeren Zimmerpreisen "erkauft".

Ungeachtet der guten Nachfrage-Entwicklung bekamen die österreichischen Beherbergungsbetriebe heuer im Juni infolge der Fußball-Europameisterschaft eine Delle zu spüren: "Da glänzen wir nicht so, weil die Deutschen, Italiener und Niederländer zu Hause blieben und in Public Viewings mit den eigenen Nationalteams mitfieberten", so Ennemoser, der auch selbst Hotelier in Tirol ist.

"Im Sommer werden wir eine schwarze Null erreichen - bei einem leichten Nächtigungsplus von realistisch 2 Prozent", erwartet der Hotelier. Die wirtschaftliche Ertragskraft werden durch die Kostenblöcke Energie und Personal deutlich geschwächt.(APA, 17.7.2012)

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    Für die Saison 2012 erwarten die Hotelliers eine gute Buchungslage.

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