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Carsten Hebestreit leitet seit 2005 das Online-Ressort der "Oberösterreichischen Nachrichten".
vergrößern 600x400Von rechts nach links: Print-Chef vom Dienst Tom Arnoldner, Online-Ressortleiter Carsten Hebestreit, Online-Redakteurin Andrea Nigl und Print-Online-Koordinator Clemens Thaler in der nachrichten.at-Redaktion.
Zehn Vollzeitäquivalente sind derzeit bei nachrichten.at, die Online-Redaktion der "Oberösterreichischen Nachrichten" ("OÖN"), beschäftigt. Übersetzt in Menschen bedeutet das vier Angestellte, zwei Trainees, zwei fixe Freie und acht Freie, die Teilzeit arbeiten. Die Trainees werden in einem zweijährigen Kurs in Print und Online ausgebildet, die Teilzeitmitarbeiter erhalten ihre Einschulung in der Online-Redaktion durch "langgediente" Print-Redakteure, wie Carsten Hebestreit, Leiter der Online-Redaktion, erzählt.
Die Zusammenarbeit zwischen Print und Online funktioniere nach ersten Vorbehalten auf Seiten des Print ganz gut, sagt Hebestreit: "Wir Onliner können bei Spezialthemen auf die Print-Redaktion zurückgreifen." Die Print-Redakteure liefern nach Absprache zusätzliche Informationen zu tagesaktuellen Artikeln, schreiben vorab "Anreißer" für Exklusiv-Berichte und verfassen Blogs und Kurz-Kommentare.
Print denkt "Online"
"In den täglichen Redaktionskonferenzen ist Online ein fixer Bestandteil, bei den Planungen müssen Print-Redakteure auch Online 'denken': Wie kann ich das aktuelle Thema auf nachrichten.at mit zusätzlichen Inhalten wie OÖN-TV-Beiträgen, Bildergalerien, Langversionen, Abstimmungen, Links oder diversen Downloads anreichern?", erklärt der Online-Veratnwortliche.
Die regelmäßigen Chats werden ebenfalls gemeinsam abgewickelt: die Print-Kollegen übernehmen die Organisation, die Online-Redakteure kümmern sich um die Umsetzung. Die Sonderstellung eines Redakteurs, der mit einem fixen Bein in Print und Online steht, wird von dem Digital-Redakteur ausgefüllt. Hebestreit beschreibt die interne Entwicklung so: "Die Mauern bröckeln zusehends, wir wachsen zusammen."
40 Prozent Eigengeschichten
Nachdem der Hauptteil der nachrichten.at-Artikel aus der Print-Ausgabe stammt, bleibt den Online-Redakteuren, neben dem Abarbeiten der Meldungen von Nachrichtenagenturen, Raum für zwanzig bis vierzig Prozent an Eigengeschichten pro Tag. Die Geschichten, die ab sieben Uhr morgens online gehen, beschäftigen sich vor allem mit chronikalen und lokalen Ereignissen. Zusätzlich werden die Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und Google+ bedient, wenn auch die beiden letztgenannten in "abgespeckter" Version, wie Hebestreit betont.
Vorbild "Spiegel Online"
In Zukunft soll bei den "Oberösterreichischen Nachrichten" das Motto "Online first" gelten, als Vorbild fungiert "Spiegel Online". "Natürlich ist 'Spiegel' ein Wochenprodukt, doch auch Tageszeitungen werden erkennen, dass nur jene Internet-Seiten mittel- und langfristig die Klicks einsammeln, die Nachrichten-Meldungen als Erste online publizieren. Dass freilich die Qualität der Berichte entsprechend hoch sein muss, ist dabei konsequenterweise unabdingbar", erklärt Hebestreit die anvisierte Unternehmenskultur.
Einheitliche Preispolitik
Auch bei der Preispolitik scheint sich nachrichten.at ein Vorbild an den deutschen Nachbarn nehmen zu wollen, wo Verlage sukkzessive auf Paywall-Modelle umstellen. "Beim Launch unserer neuen digitalen Kanäle werden wir auch auf ein einheitliches Bezahlmodell umsteigen. Ein Preis für das komplette digitale Paket: iPad, iPhone, Tablet-PCs, Smartphones, ePaper sowie das Online-Archiv", kündigt Hebestreit an.
Eine neue "OÖN"-App für iPad, Tablet-PCs , iPhone und Smartphones werde bereits programmiert, sagt der Online-Verantwortliche, und auch die Benutzerfreundlichkeit der Webseite befinde sich in ständiger Weiterentwicklung. So sollen beispielsweise in den nächsten Tagen neue "Reise-Seiten" gelauncht werden.
Diskussionen um Meinungsfreiheit
Das Forum habe man durch neu formulierte Forumsregeln inzwischen gut im Griff, die Diskussionen über Meinungsfreiheit beim Sperren unzulässiger Kommentare seien aber nach wie vor im Gange. "Wir freuen uns über angeregte Diskussionen, mussten aber leider feststellen, dass manche Poster aus der Anonymität heraus auf die Netiquette völlig vergessen", schildert Hebestreit die Situation, "Etliche Poster verwechseln Beleidigungen, Beschimpfungen und auch Kreditschädigungen mit Meinungsfreiheit. Ein Trend ist deutlich erkennbar: Je mehr wir überzogene, inhaltsleere Postings sperren, umso mehr Leser posten ihre Meinung auf nachrichten.at." Artikel über Tote und Unfälle werden wie bei den meisten Foren tradtioneller Medien generell fürs Posten gesperrt. Außerdem werden keine Leserbeiträge bei Berichten zugelassen, die ausländerfeindliche, rassistische Kommentare erwarten lassen. (Tatjana Rauth, derStandard.at, 18.7.2012)
ÖWA-Facts im Juni 2012
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Info
Die Serie über österreichische Online-Redaktionen wird bis September eine Sommerpause einlegen. Wir freuen uns auf eine spannende Fortsetzung im September.
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Nein, nein und nochmals nein.
Nicht die, die schlecht recherchierte, falsche und vollkommen widersinnige APA-Meldungen als erste online stellen sammeln die Klicks ein, sondern jene, die solche Meldungen zumindest nochmal durchlesen, die gröbsten Fehler beseitigen und mit eigenen Recherchen anreichern.
APA-Meldungen kann man auch in Heute oder Österreich nachlesen, Qualität ist gefragt...
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