Porr will kein Übernahmeangebot stellen

17. Juli 2012, 14:05
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Vorstandschef Strauss braucht für Übernahme der B&C-Anteile Grünes Licht von der Übernahmekommission

Die Strauss-Gruppe, bisher 6-Prozent-Aktionärin beim Baukonzern Porr, will die Anteile der der Bank Austria nahestehenden B&C-Gruppe übernehmen, aber von der Legung eines Übernahmeangebots befreit werden, die das Gesetz für einen solchen Fall ja eigentlich vorschreibt (es gibt allerdings Ausnahmebestimmungen dazu). Die Grundzüge der Argumentation, mit denen bei der Übernahmekommission um eine solche Ausnahme angesucht wird, skizzierte Porr-Finanzvorstand Christian Maier am Dienstag folgendermaßen: "Die Interessen der (anderen) Aktionäre wären nicht gefährdet, weil die neuen Eigentümer in ein bestehendes Syndikat eintreten würden", die "Gesamtstruktur" auf Eigentümerebene bliebe auch mit einem neuen Syndikatspartner gleich.

Pflichtangebot wäre notwendig

B&C befindet/befand sich in einem aufrechten Stimmrechtsbindungsvertrag mit dem Tiroler Haustechnikunternehmer Klaus Ortner. Nach bestehendem Übernahmerecht wäre ab der Überschreitung einer Stimmrechtsschwelle von 30 Prozent ein Pflichtangebot notwendig. Durch die Übernahme der B&C-Anteile, die unter dem Vorbehalt steht, dass kein Angebot gelegt werden muss, würde die Gruppe des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Strauss ihren Stimmrechtsanteil von bisher 6,01 auf 43,94 Prozent massiv erhöhen.

Maier sagte der APA, er erwarte, dass die potenziellen Käufer einen diesbezüglichen Antrag an die Übernahmekommission stellen würden. Weitere Aussagen zur Zusammensetzung der Strauss-Gruppe und zum Kaufpreis der von B&C übernommenen Anteile könne er keine treffen.

Die Geschäftsstelle der Übernahmekommission wollte am Dienstag nicht sagen, ob ein diesbezüglicher Antrag bereits eingetroffen ist. Ist dies der Fall, wird einer der drei Senate mit der Prüfung beauftragt, ob ein Übernahmeangebot rechtlich notwendig ist. (APA, 17.7.2012)

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