Was ein gutes Passwort ausmacht

17. Juli 2012, 13:59

Mit simplen Tricks lässt sich für jede Anwendung schnell mehr Schutz vor Hackern gewinnen.

Was halten Sie von folgenden Passwörtern? 12345, Passwort, abc123, qwert, iloveyou? Einfach zu merken, nicht wahr? Das denken sehr viele Nutzer, deshalb gehören diese Passwörter zu den beliebtesten ihrer Art, wie auch die von Hackern jüngst offen gelegten Zugangsdaten geknackter Yahoo-Mail-Konten wieder einmal zutage förderten.

Schlecht gehütete Geheimnisse

Passwörter sind und bleiben offenbar bei vielen Computer- und Internetnutzer schlecht gehütete Geheimnisse. Aber, gibt es denn überhaupt so gut wie perfekte Passwörter? "Ja sicher. Aber das wollen sie bestimmt nicht immer eintippen müssen", sagt Ralf Benzmüller, Forschungsleiter bei G Data Software augenzwinkernd.

Denn je länger und komplexer so ein Zugangscode ist, umso sicherer ist er, lautet die Faustregel. Um Passwörter mit zwölf und mehr verschiedenen Zeichen zu hacken, brauche es schon mehrere Jahre. Doch sind diese meist auch umständlich zu handhaben bzw. zu merken. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, spricht der Sicherheitsexperte daher lieber vom perfekten Mittelweg bei Passwörtern. Zu diesem führt unter anderem die Satzvorlagemethode.

Dabei reiht man jeweils das erste Zeichen jedes Wortes, Zahlen und Satzzeichen aneinander. Zum Beispiel: "Heute am Dienstag, 17. Juli, erstelle ich ein sicheres Passwort mit mindestens 19 Zeichen". Das ergibt: "HaD,17.J,eiesPmm19Z".

Tsos_vS&G_v1966

Um sich so ein Passwort noch besser merken zu können, kann man auch eines mit persönlichem Wiedererkennungswert erstellen, z. B. aus Akronymen des eigenen Lieblingsliedes: "The sound of Silence von Simon & Garfunkel von 1966" wird zu Tsos_vS&G_v1966.

Benzmüller, der in der Arbeit mit "vielen Dutzend" Passwörtern hantieren muss, greift auch gern zu sogenannten Leetspeaks. Dabei werden Buchstaben durch ähnlich aussehende Ziffern und Sonderzeichen ersetzt. "I" wird etwa zur "1", "e" zu "3", "s" zu "5". "The Sound of Silence" lässt sich so als 7h3_50und_Of_51l3nc3 darstellen. Ein Angreifer werde sich schwertun, diese Kombination zu erraten, sagt Benzmüller.

Manche Anwendungen erlauben aus Komfortgründen das Abspeichern des Passworts. Doch der Experte rät zur Vorsicht, da nicht immer garantiert werden könne, dass das Passwort in sicherer, verschlüsselter Form hinterlegt werde.

Hier rät er eher zu Passwort-Safes oder -Manager, im Internet erhältliche Tools, mit denen man Passwörter für viele Webseiten, PCs oder Programme verwalten kann. Perfekt sei das zwar auch nicht, aber wesentlich besser als seine Passwörter in einer Textdatei am Computer abzulegen. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 17.07. 2012)

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16 Postings

Der "Experte" redet Schwachsinn. Viele Dinge die er erwähnt sind in gängigen Brute-Force-Programmen bereits berücksichtigt.
Passwörter wie HaD,17.J,eiesPmm19Z merken sich die meisten Menschen eben nicht so leicht und es kompliziert zu tippseln. Viel Spaß dabei, sich damit in aller früh irgendwo einzuloggen, besonders am Tag nach der Passwortänderung.
Ich hab mal gelesen, dass die besten) Passwörter einen Aneinanderreihung von 4 zufälligen längeren Wörter(alles klein geschrieben) ist. Leicht zu merken und schwer zu knacken.

Nutze nun Keepass und Minikeepass am Tablet. Das Risiko überall dasselbe Passwort zu verwenden (mit Ausnahme für E-Mail und Onlinebanking) kann ich nicht mehr verantworten.

Der Nachteil: an einem fremden Rechner kann ich mich nicht mehr einloggen, da ich die sicher genererierten Passwörter ja selbst nicht kenne ...

meine passwörter sind alle in einer excel-datei...

in einem truecrypt-container mit 28-stellen-PW ;-)

meine faustregel: darf in keinem wörterbuch stehn + mindestens ein sonderzeiche

leet speak

ist in allen geängigen bruteforce programmen bereits integriert, die tatsache das hier noch von angreifern die passwörter "eraten" gesprochen wird steht für sich...

ein echter

Experte halt.

HaD,17.J,eiesPmm19Z

ich frage sie dann im November noch mal, ob sie sich spontan noch an das Passwort erinnern.

Der absolute Klassiker

nimda ;-)

Password-Safes traue ich nicht

Truecrypt am USB-Stick scheint mir eher praktikabel, ausserdem kann ich beliebige Dokumente mitnehmen.

"bimbam100"
wurde noch nie geknackt!

ich merk mir sowieso viel leichter die Hash-Werte der Passwörter

warum nicht gleich den ganzen satz als passwort eingeben?

Das kann in die Hose gehen, wenn der Satz auf einer der von Crackern benutzten Liste mit häufigen Redewendungen oder Phrasen steht. Mir gefällt der Diceware-Ansatz ganz gut. Zwar hat man dort nur einen kleinen Exponenten, die große Basis macht das aber wieder wett:
https://xkcd.com/936/

Nachtrag:

Mit Diceware meine ich aber nicht die im Internet kursierenden Wortlisten mit lediglich ein paar hundert Wörtern. Ich meine damit Wörterbücher einer oder noch besser mehrerer Sprachen. Ein paar deutsche und ein paar englische zufällige Wörter, und kein Dictionary- oder Brute-Force-Angriff kommt in absehbarer Zeit dahinter. Dialekt ist auch gut, aber da ist es schwer, Wörterbücher zum zufälligen Auswählen zu finden.
Leider gibt es aber immer noch Websites, die einem das schönste Diceware-Passwort mit maximaler Passwortlänge zunichte machen.

danke sehr für den link, genau an dieses xkcd musste ich nämlich denken.

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