Wiener Parkpickerl existiert seit 1. Juli 1993

17. Juli 2012, 13:17
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Anfangs nur in der Innenstadt - Inzwischen haben 86.000 Anrainer kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung

Wien - Das Parkpickerl - momentan Aufregerthema Nummer eins in der Wiener Kommunalpolitik - ist alles andere als eine neue Erfindung. In der Bundeshauptstadt existiert es bereits seit fast zwei Jahrzehnten. Premiere feierte der kostenpflichtige Aufkleber am 1. Juli 1993. Damals wurde die Innenstadt generell zur Kurzparkzone erklärt, mit kostenpflichtigen Ausnahmegenehmigungen für die Anrainer - eben dem Parkpickerl. Für damals 1.940 Schilling (141 Euro) erhielt man die ein Jahr gültige Abstellberechtigung.

Die City-Kurzparkzone galt von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 19.00 Uhr. Parksündern gegenüber zeigten sich die Behörden schon zu Beginn der Regelung alles andere als gnädig: Allein am Einführungstag wurden 3.200 Organstrafmandate verhängt. Bereits das Ur-Parkpickerl wurde übrigens von SPÖ und Grünen im Stadtsenat beschlossen. ÖVP und FPÖ stimmten dagegen.

Bisher letzte Ausdehnung im Jahr 2005

Im Lauf der Jahre wurde die Kostenpflicht für Parkplätze - mit Verweis auf den positiven Effekt in der Innenstadt - zusehends ausgeweitet. Die Kurzpark- bzw. Pickerlzonen erstreckten sich bald über alle Bezirke innerhalb des Gürtels sowie Teile der Brigittenau und der Leopoldstadt. Die bisher letzte Ausdehnung erfolgte im Jahr 2005 und betraf das Umfeld der Wiener Stadthalle im 15. Bezirk. Auch zeitlich hat sich einiges geändert: In den meisten Pickerlzonen muss man nun bis 22.00 Uhr bezahlen, wobei in den heuer dazukommenden Außenbezirken allerdings bereits wieder um 19.00 Uhr Schluss sein soll.

Derzeit sind in der Bundeshauptstadt rund 100.000 Parkpickerl im Umlauf, 86.000 davon sind Anrainer-Pickerl. Der Rest entfällt etwa auf Wirtschaftstreibende oder behinderte Menschen. Aktuell bezahlt man pro Jahr - inklusive Gebühren und Abgaben - 179 Euro (120 Euro davon Parkometerabgabe). Laut Rathaus fließen durch die Dauerabstellberechtigung heuer rund 60 Millionen Euro in die Stadtkasse, wobei in dieser Berechnung die angepeilte Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung im Herbst noch nicht berücksichtigt ist. (APA, 17.7.2012)

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