Ägäis-Insel will angeblich zu Österreich

19. Juli 2012, 12:45
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Ikaria denkt über Loslösung von Griechenland nach - Einige Bewohner träumen davon, zu Österreich zu gehören

Rom/Athen - Griechenland, Adieu! Die idyllische Insel Ikaria mitten in der Ägäis will die Loslösung von Athen und träumt davon, zu Österreich zu gehören. Am Dienstag läuft das 100-jährige Abkommen aus, mit dem sich Ikaria am 17. Juli 1912 die Unabhängigkeit vom türkischen Reich erkämpft und Griechenland angeschlossen hatte, berichtete die italienische Tageszeitung "Libero". Nach Ablauf des Abkommens denkt Ikaria an die Trennung von Athen und die Angliederung an Österreich.

Auf der Insel überlegt man eine Volksabstimmung, um zu entscheiden, ob die 9.000 Einwohner weiter von Athen regiert oder unabhängig werden wollen. "Die Regierung hat uns schon vor Jahren vergessen. Wenn man uns jetzt keine neuen Straßen und kein Krankenhaus zusichern kann, können wir die Loslösung von Athen beschließen", drohen die Insulaner. "Unabhängig zu bleiben ist für uns schwierig. Wir könnten aber den Anschluss an einen anderen Staat fordern. Natürlich nicht zur Türkei, lieber zu Österreich", sagten die Bewohner bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum ihrer Unabhängigkeit.

Update: Mittlerweile hat sich die Geschichte wenig überraschend als Ente herausgestellt. Unser Blogger Markusbey hat sich deren sagenhaften Schlüpfen angenommen.

Botschaft: "Kein auslaufendes Abkommen"

Die Insel Ikaria sei ein untrennbarer Teil des griechischen Staatsgebiets, stellte die griechische Botschaft in Wien am Dienstagnachmittag fest. "Griechenland wird nicht föderalistisch, sondern einheitlich verwaltet." Es bestehe somit "kein auslaufendes Abkommen zwischen der griechischen Regierung und der Insel" und handle sich in diesem Fall um die Privatmeinungen von Einzelpersonen.

"Am 17. Juli 2012 wird das 100-jährige Jubiläum der Revolution gefeiert, mit der die ostägäische Insel Ikaria ihre Selbstständigkeit vom Osmanischen Reich erlangt hat. Der Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 bestätigt in Artikel 12, dass die Inseln der Ostägäis, darunter auch Ikaria, zu Griechenland gehören", so die Botschaft.

Wichtige für Fischerei

Ikaria trennte sich nach einer Revolte vom türkischen Reich. Die türkische Besatzung auf der Insel wurde 1917 vom Lokalhelden Georgios Spanos verjagt. Fünf Monate lang blieb Ikaria unabhängig, danach schloss sich die Insel Griechenland an, das in jenem Jahr in den Balkan-Krieg verwickelt war. Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 diente Ikaria als Strafinsel für kommunistische Dissidenten, die hier Unterstützung fanden. Griechenlands Kommunistische Partei sammelt auf der Insel immer noch rund 30 Prozent der Wählerstimmen.

Die separatistischen Drohungen Ikarias belasten Athen. Das Meer um die Insel ist für die Fischerei besonders wichtig, und Ikarias Fischer beliefern einen Großteil des Athener Fischmarkts. Die Loslösung der Insel könnte für die griechische Wirtschaft gravierende Folgen haben, berichtete "Libero". 

Völkerrechtler: Beitritt "kein Problem"

Völkerrechtler Franz Leidenmühler sieht grundsätzlich kein Problem darin, dass eine Insel Österreich beitreten wolle, wie die Gratis-Zeitung "Heute" berichtet. Österreich müsse zustimmen und der Bundespräsident einen völkerrechtlichen Vertrag mit der Insel unterzeichnen. Außerdem müsse dazu die Verfassung geändert werden. Wermutstropfen könnte außerdem der Schuldenberg der Insel sein, den Österreich dann mittragen müsste. (red/APA, 17.7.2012)

Stellungnahme der Griechischen Botschaft in Wien im Wortlaut:

Griechenland wird nicht föderalistisch sondern einheitlich verwaltet. Ikaria ist ein untrennbarer Teil des griechischen Staatsgebiets und es besteht kein auslaufendes Abkommen zwischen der griechischen Regierung und der Insel. Am 17. Juli 2012 wird das 100-jährige Jubiläum der Revolution gefeiert, mit der die ostägäische Insel Ikaria ihre Selbständigkeit vom Osmanischen Reich erlangt hat. Der Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 bestätigt in Artikel 12, dass die Inseln der Ostägäis, darunter auch Ikaria, zu Griechenland gehören.

Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass -wie sich vom Bericht der „Libero" schlussfolgern lässt- einige Einwohner der Insel, die am Feier anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Revolution teilnahmen, ihre persönlichen Ansichten ausgesprochen haben. Weder der Bürgermeister von Ikaria noch irgendein Sprecher des Bürgermeisters werden in der italienischen Zeitung zitiert.

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