Schwere Brände in Kalabrien und Apulien

17. Juli 2012, 11:17
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1.800 Hektar Waldbusch auf Sardinien zerstört - Italien will stärker gegen Brandstifter kämpfen

Rom - Schwere Brände toben weiterhin in Süditalien. Begünstigt durch eine lange Hitzewelle und extreme Trockenheit breiteten sich die Flammen im Nationalpark Pollino im Herzen der süditalienischen Region Kalabrien aus. Der Brand zerstörte mehrere Hektar Waldbusch in Italiens größtem Nationalpark. Löschflugzeuge des Typs Canadair mussten wiederholt ausrücken, die starken Winde und die steile Gegend erschwerten die Arbeit der Feuerwehrmannschaften.

Die Front der Flammen erstreckte sich über einen Kilometer. Die Feuerwehrmannschaften vermuteten Brandstiftung wie im Jahr 2007, als ein beträchtlicher Teil des Parks von den Flammen zerstört wurde. Der Pollino-Nationalpark bedeckt eine Fläche von 192.565 Hektar und zählt damit zu den größten Naturschutzgebieten in Europa. Er erstreckt sich über zwei italienische Regionen, Basilikata und Kalabrien. Der Nationalpark umfasst die südlichsten Ausläufer der Apennin-Bergkette und reicht annähernd vom Tyrrhenischen Meer im Osten bis zum Ionischen Meer im Westen. Auf dem Gebiet des Nationalparks befinden sich 56 Gemeinden mit 172.500 Einwohnern.

50 Hektar Wald in Vieste zerstört

Auch in Apulien wüteten die Brände. In Vieste wurden in der Nacht auf Dienstag etwa 50 Hektar Wald zerstört. Inzwischen zählt man auf Sardinien die Schäden der schweren Brände der vergangenen Tage. 1.800 Hektar Wald wurden zerstört. Besonders betroffen war die Badeortschaft San Teodoro im nördlichen Teil der Insel.

Italien will Brandstiftern den Kampf ansagen. Seit Anfang 2012 wurden 2.500 Brände gemeldet, das sind 76 Prozent mehr als im Vorjahr. 6.800 Hektar Land waren betroffen. Begünstigt werden die Brände durch die Wasserknappheit und den hohen Temperaturen. In der ersten Juli-Hälfte seien in Italien 83 Prozent weniger Regenfälle als im Durchschnitt der Jahre 1971 bis 2000 gemeldet worden, berichtete der Landwirtschaftsverband Coldiretti. Die Temperaturen seien um 2,6 Grad höher. (APA, 17.7.2012)

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