Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
München - Munich-Re-Vorstandschef Nikolaus von Bomhard hat die Zerschlagung der systemrelevanten Großbanken gefordert. Dass solche Banken auf jeden Fall gerettet werden müssten, sei "ein Konstruktionsfehler des Systems", sagte der Chef der weltgrößten Rückversicherung Munich Re (Münchener Rück) am Montagabend in München. "Wir brauchen fundamentale Änderungen am Finanzmarkt", sagte Bomhard. "Too big to fail (zu groß zum Scheitern, Anm.) darf es nicht mehr geben." Regeln und Kontrollen müssten verschärft, Investment- und Kreditgeschäft getrennt werden: "Ich bin Anhänger des Trennbankensystems."
Künftig müssten die Investoren auch am Misserfolg viel stärker beteiligt werden - "sonst werden Risiken nie richtig bepreist", erklärte Bomhard. Staatsschuldenkrise und Bankenkrise seien unheilvoll verknüpft und schaukelten sich gegenseitig hoch. Die Sparer und damit auch die Versicherungen seien die Leidtragenden der extrem niedrigen Zinsen. "Das stresst uns ganz gewaltig", sagte Bomhard. Die Assekuranz habe es zunehmend schwer, die notwendigen Erträge am Kapitalmarkt zu erwirtschaften.
Kürzere Leine
So konkret wie bisher kein Chef eines Dax-Konzerns fordert Bomhard weitere politische Reformen, um den Euro zu retten. Vor allem die Banken will der Vorstandschef des weltgrößten Rückversicherers eng an die Leine legen, indirekt spricht er sich sogar für eine Zerschlagung der Deutschen Bank aus. Die Politik müsse eine Vision für mehr Europa entwickeln und diese den Menschen näher bringen. Für EU-Länder bedeute dies: Mehr Souveränitätsrechte abgeben, mehr Automatismen schaffen, den Europäischen Rat, in dem die nationalen Interessen der Regierungschefs immer wieder scharf aufeinanderprallen, umgestalten und die Exekutive in Brüssel teilweise vom Volk wählen lassen.
Der Euro werde überleben, sagte von Bomhard. "Unklar ist aber in welcher Form." Die Gemeinschaftswährung sei für Europa ein wichtiger Mosaikstein, aber wohl zu früh eingeführt worden. Die Maastricht-Kriterien habe maßgeblich auch Deutschland aufgeweicht. Von den Politikern in den europäischen Hauptstädten forderte der bestens vernetzte Manager, dessen Unternehmen mit Kapitalanlagen von mehr als 200 Mrd. Euro einer der größten Investoren überhaupt ist, mehr Führung, Transparenz und Ehrlichkeit. Das große Ganze müsse entworfen, weniger die einzelnen Schritte erklärt werden. Das sei nicht zuletzt für Investoren am Kapitalmarkt enorm wichtig - ein großes Ziel setzen und dann die Umsetzung angehen. "Mit Trippelschritten ist man nie vor der Welle."
Mehr Europa
Die Lehre aus der Krise könne nur lauten: "Wir brauchen mehr Europa." Unter anderem müsse darüber nachgedacht werden, zumindest Teile der EU-Exekutive direkt vom Volk wählen zu lassen. In Deutschland seien Übertragungen von Rechten auf die EU-Ebene mit Zweidrittelmehrheit dank einer staatstragenden Opposition möglich.
Auf Ebene der Unternehmen sieht der langjährige Versicherungsmanager vor allem eine schärfere Regulierung der Banken als Schlüssel. Die unheilvolle Verknüpfung von Staaten und Banken - wie zuletzt bei der Rettung der spanischen Geldhäuser - müsse durchbrochen werden. Banken müssten auch Pleitegehen können und nicht ständig mit Steuergeldern aufgefangen werden, weil sie zu groß und vernetzt seien. Das klassische Geschäft müsse vom schwankungsanfälligen und riskanteren Investmentbanking getrennt werden. Damit spricht sich von Bomhard, ohne den Namen der Deutschen Bank zu nennen, beispielsweise für eine Aufspaltung des Frankfurter Instituts aus. Investoren müssten zudem zwingend an Wertpapierverlusten beteiligt werden, damit wieder besser mit Risiken umgegangen werde. "Die Gläubigerbeteiligung ist unverzichtbar." Notfalls müssten Kredite teurer werden.
Von Bomhard kämpft seit längerem dafür, Banken und Versicherer anders zu behandeln, weil die Assekuranzen die Finanzkrise nicht ausgelöst hätten. Mit Blick auf seine Branche sagte er: "Wir sitzen im selben Boot wie die Sparer." Man könne nicht ewig mit den historisch niedrigen Zinsen leben. "Das stresst uns gewaltig." Für Lebensversicherer forderte er sogar, bestimmte Verbraucherschutzrechte zurückzudrehen, um den Firmen wieder mehr Luft zu verschaffen. (APA, 17.7.2012)
Herbert Stepic, Chef der Raiffeisen Bank International, hat zwei Offshore-Gesellschaften, wie sich aus Dokumenten von Offshore-Leaks ergibt
Erste, Raiffeisen, Bank Austria lieferten Präventions-Pläne auf Basis ihrer Bilanzen 2012
Ein dadurch unbeschränktes Änderungsrecht ist nicht gerechtfertigt, stellte der Oberste Gerichtshof fest
Demonstranten machen Stimmung: Die Deutsche Bank arbeitet am Kulturwandel, nicht alle dürften daran glauben
Das BIRG soll die Stabilität der Banken verbessern und Probleme frühzeitig erkennen helfen
Bei einer Million investierten Euro sollen 540.000 Euro Gewinn ohne Risiko herausgeschaut haben. Sorger dementiert das
Geldinstitute müssen ihren als riskant eingestuften Handel bis 2016 in eigenständige Tochtergesellschaften ausgliedern
Unter den global 25 systemrelevanten Finanzzentren befindet sich auch Österreich. Aufgeblähte Bilanzen und faule Kredite machen Sorgen
Der von einem Skandal erschütterte Referenz-Zinssatz wird wohl durch ein zweigleisiges System abgelöst
Die Verluste der RBB Klagenfurt sind für das schlechte Gesamtergebnis verantwortlich, Fusion mit RLB noch nicht vollzogen
Der Nettogewinn der Bank sank um 29 Prozent auf 285 Millionen Euro, Ostkredite und die DDR-Millionen liegen der Bank auf der Tasche
Das Geldinstitut geriet wiederholt wegen schwarzer Konten und Geldwäscheverdacht ins Visier der italienischen Staatsanwaltschaft
Die französische Bank kündigt einen Sparplan von 900 Millionen Euro an
Der operative Gewinn ist sowohl bei der Investmentbank als auch im Privatkundengeschäft gefallen
Die Royal Bank of Scotland kehrt in Gewinnzone zurück, ein Staatsausstieg ist für das Management ab Mitte 2014 denkbar
Die Briten stehen in Verdacht, französischen Kunden bei Geldtransfers in die Schweiz geholfen zu haben
Der Fall Madoff, Milliardenverluste mit Derivaten und jetzt noch manipulierte Energiepreise. Aufsichtsbehörden nehmen die US-Bank in die Mangel
EU warnt USA vor strengeren Regeln für Auslandsbanken
Auch eine Regelung für die Abwicklung von Banken könnte noch vor der Sommerpause gefunden werden
Österreichs KA Finanz dürfte weitere Staatshilfen brauchen
Kreditinstitut stärkt nach Milliardengewinn Kapital
Der gesunde Menschenverstand sagt eigentlich: Der Mann hat Recht, das "Trennbankensystem" inkl. einer neuen Regulierung ist längst fällig.
Nur, was der Gute verschweigt: Die Versicherungsbranche hat sich über Jahre mit Finanzprodukten ebenfalls dumm und dämlich verdient. Nur, das Kerngeschäft der Versicherer ist letztlich etwas stärker in der Realwirtschaft verankert als die virtuellen Lottospiele mit Luftgeld.
Dass er aus nahe liegenden Gründen Verbraucherschutzrechte zurückdrehen möchte, ist aber eine ungute Forderung: Probleme haben Versicherer nämlich dann gehabt, wenn sie aufgrund falscher Spekulationen zu hohe Profite zugesagt haben - mit dem Luftgeld aus Finanzprodukten der Banken kann das eben kaum funktionieren.
US-Milliardär Warren Buffett ist seit Januar 2010 neuer Großaktionär der Munich Re und war bis 28. Februar 2011 im Besitz von 10,2 Prozent der Aktien.[4]. Seit dem 15. Oktober 2010 gehören Buffett mehr als 10 Prozent der Anteile.[5]
http://de.wikipedia.org/wiki/Munich_Re
Endlich ein konstruktiver Vorschlag!!
Wenn klassisches Kreditgeschäft und Spekulationsgeschäft der Banken getrennt wären, könnte jeweils EINE Hälfte pleite gehen (Spekulationsgeschäft), während die andere (das Kredit- und Einlagengeschäft) im Sinne von Spareinlagensicherung und Kreditnehmern gerettet werden könnte.
.. ich glaub die Frage die sich stellt ist, wieviele Versicherungen mußten bisher mit öffentlichen Geldern gerettet werden - bzw. im Gegenzug wieviele Banken. Warum etwas zerschlagen was funktioniert. Bezüglich Rückversicherer: Die Stärke eines Rückversicherers ist gerade seine Größe und sein Kapital. Außerdem kann ich als Versicherungsunternehmen einen Rückersicherer auch umgehen, indem ich mir einen Mitversicherer bei einzelnen Risken ins Boot hole.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.