Europas Börsen schließen uneinheitlich

17. Juli 2012, 18:46
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Bernanke-Ausführungen belasten

Wien - Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag nach Verlaufsgewinnen uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Die mit Spannung erwarteten Ausführungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke wurden an den Börsen verhalten aufgenommen, nachdem sich einige Akteure konkrete Hinweise auf weitere geldpolitische Lockerungen in den USA erhofft hatten. Zudem seien die Unsicherheiten hinsichtlich der US-Wirtschaftsentwicklung angewachsen und die jüngsten Konjunkturdaten hätten überwiegend enttäuscht, sagte der Fed-Chef.

Der Euro-Stoxx-50 gab moderate 0,05 Prozent auf 2.250,75 Zähler nach. Als schwächste Branche präsentierte sich der Technologiesektor. Hier sorgte vor allem Alcatel-Lucent für Verkaufsdruck, nachdem eine Gewinnwarnung geliefert worden war. Die Alcatel-Lucent-Aktie brach um 19,75 Prozent auf 0,91 Euro ein. Der französische Netzwerkausrüster verbuchte eigenen Angaben zufolge im zweiten Quartal einen bereinigten operativen Verlust von rund 40 Millionen Euro. Daher sei die bisher für 2012 angestrebte bereinigte operative Gewinnmarge nicht mehr erreichbar. Analysten senkten in ersten Reaktionen ihre Bewertungen für die Titel. Nokia-Titel knickten um 7,89 Prozent auf 1,40 Euro ein.

Eine Kursschwäche zeigten auch italienische Finanzwerte. Die US-Ratingagentur Moody's hat die Bewertung von insgesamt 13 italienischen Finanzinstituten - darunter die Großbanken UniCredit und Intesa San Paolo - gesenkt. Der Schritt sei eine Folge der gesenkten Kreditwürdigkeit Italiens vom 13. Juli. UniCredit-Papiere gingen um 2,34 Prozent auf 2,582 Euro zurück. Intesa San Paolo verbilligten sich um 3,08 Prozent auf 0,977 Euro.

Für die Aktien von Yara International ging es indes nach guten Zahlen eines Konkurrenten um 1,81 Prozent auf 280,50 Norwegische Kronen hoch. Der US-Düngemittelhersteller Mosaic hatte sich im vierten Geschäftsquartal besser geschlagen als erwartet und die Dividende verdoppelt. (APA, 17.7.2012)

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