Börse Frankfurt schließt gut behauptet

17. Juli 2012, 18:45
posten

Zurückhaltende Äußerungen des US-Notenbankchefs grenzen Gewinne ein

Frankfurt - Die Frankfurter Aktienbörse ist am Dienstag gut behauptet aus dem Handel gegangen. Der DAX legte moderate 11,92 Punkte (plus 0,18 Prozent) auf 6.577,64 Einheiten. Der TecDAX verbesserte sich leicht um 0,21 Punkte oder 0,03 Prozent auf 755,46 Punkte. Der M-DAX ermäßigte sich leicht um 5,52 Punkte oder 0,05 Prozent auf 10.649,83 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.375,77 Einheiten und einem Plus von 4,91 Zählern oder 0,15 Prozent. Der C-DAX erhöhte sich 0,98 Punkte oder 0,17 Prozent auf 583,88 Zähler.

Anleger haben enttäuscht auf die weiter zurückhaltenden Äußerungen des US-Notenbankchefs zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft reagiert. Nach einem freundlichen Verlauf samt kurzzeitigem DAX-Sprung über die Marke von 6.600 Punkten drehte der Leitindex zeitweise ins Minus.

"Obwohl sich die Wirtschaft in den letzten Wochen weiter verschlechtert hat, schlägt Fed-Chef Ben Bernanke immer noch den gleichen Ton an wie bisher", kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. "Er sagt immer noch, dass die Fed bereit sei, wenn nötig, Maßnahmen zur Stützung des Wachstums zu ergreifen, aber weder erläutert er diese Maßnahmen genauer noch sagt er, wie weit die Wirtschaft davon entfernt ist, bis die Maßnahmen ergriffen werden." Der Markt dagegen habe auch angesichts der enttäuschenden Einzelhandelszahlen vom Vortag, die klar die stark zugenommene Vorsicht der Verbraucher zeigten, gehofft, dass er nun bald "Hilfe" in Aussicht stellen werde.

Laut Händlern fanden dagegen die ZEW-Daten zur Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten, die im Juli Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt hatten, kaum Beachtung. Die besser als befürchtet ausgefallenen Quartalszahlen der US-Bank Goldman Sachs stützten ebenfalls nur kurzfristig. Nur die Aktien des Düngemittelherstellers K+S wurden von starken Zahlen des US-Konkurrenten Mosaic nach oben getrieben und legten an der DAX-Spitze um 1,55 Prozent zu.

Die Aktien von Metro zogen am Nachmittag das Anlegerinteresse auf sich. Der Handelskonzern plant im Rahmen seines Sparprogramms einen umfangreichen Stellenabbau. Mittelfristig, spätestens bis 2015, sollen weltweit rund 900 Stellen abgebaut werden. Die Aktien reagierten allerdings nur kurzzeitig mit kräftigen Gewinnen und schlossen mit einem Plus von 0,12 Prozent. Händler Markus Huber meinte, die Einsparungen seien bei Metro nötig, da in absehbarer Zeit keine größere Aufhellung der Wirtschaft und des Konsumklimas zu erwarten sei, sondern es eher noch etwas schlimmer kommen könne.

Die Aktien des Motorenbauers Deutz büßten im MDax nach einem kräftigen Auf und Ab schließlich 0,98 Prozent ein. Der Motorenbauer kassierte wegen der schwachen Auftragslage im zweiten Quartal am Morgen seine Jahresprognose ein. Ganz überraschend aber war dies Börsianern zufolge nicht gekommen, nachdem der US-Motorenhersteller Cummins bereits vergangene Woche seine Ziele gesenkt hatte. Im TecDax eroberten Nordex nach dem Erhalt eines Auftrags die Index-Spitze mit plus 3,83 Prozent. Der Windenergiespezialist soll fünf Turbinen mit einer Leistung von jeweils 2,4 Megawatt (MW) in der Oberpfalz bauen. (APA, 17.7.2012)

Share if you care.