Wettbüro-Mitarbeiter nach Bauchschuss in Lebensgefahr

17. Juli 2012, 15:35
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Der Verletzte wurde im AKH notoperiert, die Täter sind flüchtig

Wien - Für einen Angestellten einer Wettbürokette ist ein Überfall Dienstag früh in Wien-Margareten dramatisch ausgegangen: Die drei Täter schossen den als Geldboten für das Unternehmen tätigen Mann in der Filiale auf der Reinprechtsdorfer Straße 8 nieder und flüchteten mit dem Geld, das er aus dem Lokal hätte mitnehmen sollen. Das Opfer wurde mit lebensgefährlichen Schussverletzungen, unter anderem im Bauchbereich, ins Wiener AKH eingeliefert und dort notoperiert.

Der Angeschossene schwebte auch am Nachmittag weiter in Lebensgefahr. Laut AKH-Sprecherin Karin Fehringer war die Notoperation weiter im Gang. Der 49-Jährige war von mehreren Schüssen getroffen worden, vor allem im Bauchbereich dürften die Treffer kritisch sein.

Tathergang: Bei Geldübernahme überfallen

Der 49-jährige Geldbote befand sich wie jeden Tag um 6.13 Uhr in dem Wettlokal, offenbar um die Erlöse abzuholen. Die Tat dürfte gut geplant gewesen sein. Als der Bote das Geld übernahm, schlugen die anscheinend informierten Räuber zu. Nach Angaben eines Bäckers, der seine Backstube gegenüber dem Wettbüro hat, sei die Filiale schon mehrmals überfallen worden. Es sei jedoch nie geschossen worden.

Die Polizei machte zum Verlauf des Überfalls zunächst keine Angaben. Man arbeite an der Auswertung der Aufnahmen aus den Überwachungskameras. Laut Polizeisprecher Thomas Keiblinger sei die Qualität eher dürftig. Man habe die Festplatten mit den Bildern und Videos im Wettbüro ausbauen und ins Landeskriminalamt mitnehmen müssen. Ergebnisse aus der Auswertung erwarteten sich die Ermittler für Mittwoch. 

Kollege: "Täter müssen Zeitplan gekannt haben"

Schwer betroffen zeigte sich ein Mitarbeiter einer anderen Wettpunkt-Filiale in Wien. Er kennt das 49-jährige Opfer, wie er der APA erzählte: "Ich wollte meine Kollegen in der Früh besuchen, weil ich dort gleich ums Eck wohne", sagte er. Zu der Tat und zum Zustand seines Kollegen meinte er: "Fürchterlich. Hoffentlich kommt er durch. Er hat sicher Familie - Frau und Kinder."

"Wenn ich gleich in das Lokal gegangen wäre, wäre ich unter Umständen auch in den Überfall geraten", meinte der Wettpunkt-Mitarbeiter. Er war sich auch sicher, dass die Täter den Zeitplan des Angeschossenen gekannt hatten. Dieser sei dort jeden Tag in der Früh etwa zur selben Zeit hingekommen, um das Geld abzuholen. "Aber dass die gleich losschießen? Da muss irgendwas gewesen sein. Vielleicht wollte er das Geld nicht herausgeben", vermutete der Kollege.

Er selbst sei zum Glück noch nie überfallen worden, sagte der Wettbüro-Angestellte. "Da muss ich auf Holz klopfen. Aber wenn so etwas passieren würde, dann würde ich sofort das Geld herausgeben."

Täter zwischen 25 und 35 Jahren alt

Die Räuber wurden als 25 bis 35 Jahre alt beschrieben, alle drei waren demnach schlank und sportlich. Sie trugen Jeans, langärmlige Oberbekleidung und Baseballkappen. Einer der Männer hatte einen Kapuzenpullover angezogen. Die Polizei bat um Hinweise, die auf Wunsch auf vertraulich behandelt werden, an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01-31310-33800 DW. (APA, 17.7.2012)

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