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Diese Kombination aus Kupferstich und Radierung von Carl Schuetz zeigt den Kohlmarkt im Jahre 1786. Heute ist er eine der bekanntesten Luxusmeilen Wiens.
Wien - In Kürze wird die Buchhandlung J. Berger am Kohlmarkt in der Wiener Innenstadt schließen. Ihr Ende kam unspektakulär: Geschäftsführer Gottfried Berger war letzten Winter gestorben, die Weiterführung ist bei einer Geschäftsgröße von knapp 30 m2 (inkl. Büro) nicht mehr rentabel, vor allem nicht, wenn die Miete sukzessive "auf das Niveau der ortsüblichen Mietpreise angehoben wird", wie ein Freund der Besitzerfamilie es leidenschaftslos ausdrückt.
Ortsüblich bedeutet so viel wie unbezahlbar. Nun ist es ja nicht so, dass der Kohlmarkt erst vor Kurzem in den Ruf einer wenn auch Internationalität nur imitierenden Luxusmeile gekommen ist. Spätestens ab der Errichtung der Hofburg haben die Kohlenhändler den k.u.k. Detailhändlern Platz gemacht. Er wurde zur Adresse für Demel, Goldman & Salatsch, Rozet und Fischmeister und andere mehr. Das kleine, feine Buchgeschäft, das sich mit besonderen Schaufenster-Arrangements um sein Publikum bemühte, wurde seit 1931 von der Familie Berger geführt.
Breitling als möglicher Ersatz
Einziehen soll nun Breitling. Man wird dann in hundert Metern Umkreis gerade noch ein Buchgeschäft vorfinden, keinen Zeitschriftenladen mehr, aber dafür rund zwei Dutzend Läden, in denen jeder, der wissen will, wie spät es ist, Uhren um bis zu einer halben Million kaufen kann. Und irgendwann werden auch die letzten Läden für den Bedarf, mit dem Wien so gern für sich wirbt ("Kultur"), Geschichte geworden sein.
Wer noch einen Geschmack davon bekommen will: Bei Berger ist Ausverkauf. (Michael Freund, DER STANDARD, 17.7.2012)
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Die Schlampengeschäfte und die Touristenwürmer mit dem Fähnchen vorne dran, die alle Theorie von der Intelligenz der Schwärme Lügen strafen, Fremde, die sich benehmen, als hätten sie Eintritt gezahlt, auf der Strasse herumstehen und gehen, wo Räder und Autos fahren sollten, gehen mir ohnedies auf ganz empfindliche Körperteile....
Ja, das kann man moegen oder nicht. Aber aufhalten kannst Du das auch nicht. Das ist der Wunsch der Einkaufenden, und wenn Du was anderes willst, mach eine Kollekte und kauf die schuetzenswerten Haeuser auf.
Ansonsten bleibt es den Eigentuemern der Haeuser ueberlassen, ob sie an ein Buchgeschaeft oder ein internationales Modehaus vermieten. Und die vermieten an das Modehaus, weil die besser zahlen. Und die zahlen besser, weil sie mehr Geschaeft machen. Und die machen mehr Geschaeft, weil die Kunden das so wollen.
So einfach ist das.
Sorry Mann, aber so einfach ist das nicht, ist es nie, es sei denn man schaut auf die Welt mit simplem Gemüt.
Woher wissen Sie denn was die Kunden wollen? Und welche Kunden werden denn berücksichtigt?
Vielleicht setzt man dem "Kunden" etwas vor ohne dass dieser besonders viel Wahl hat? Ich bin zum Beispiel ein Bücherkunde. Muss ich mir jetzt eine Uhr anstatt eines Buches kaufen? Die Masse selten recht.
Nein, nein. Wir brauchen keine Strassen zwischen Simmering und Floridsdorf. Und auch keine Flugverbindung mit London.
Wie konnten wir nur das einzigartige Floridsdorf aus 1820 mit den immer gleichen Billas, Bipas und Strassenbahnen wie in Simmering zerstoeren???
tragbar. War unlängst dort um ein wenig zu stöbern und wurde forsch gefragt, welches Buch ich suchen würde. Als ich meinte, ich würde mich gerne ein wenig umsehen, wurde mir mitgeteilt, dass das Geschäft zu klein hierfür sei und ich sagen möge, welches Buch ich will und sonst bitte gehen solle. Andere Kunden würden etwas kaufen wollen (zu sehen waren keine). Offenbar wurde die einzige USP eines Buchgeschäfts im Stöbern und ansehen eines Buchs besteht. Sehe den Unterschied zu Amazon dann gar nicht mehr.
Das Problem ist ja nicht so sehr, dass andere Geschäfte einziehen, sondern dass es immer irgendwelche austauschbaren (Flagship)stores von internationalen Ketten sind.
In einer beliebigen Einkaufsstrasse kann man inzwischen kaum mehr unterscheiden, in welcher Stadt oder welchem Land man sich befindet, überall nur die selben Fetzenläden, unterbrochen nur von Junkläden a la McD und Starbucks... man sieht höchstens, dass man nicht in Ö ist, wenn neben McD auch noch Burgerking, Subway et al. vorkommen.
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