US-Schiff feuert auf Boot im Persischen Golf

17. Juli 2012, 10:10
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Fischer getötet und drei weitere verletzt - Indien fordert Untersuchung

Ein US-Marineschiff hat am Montag im Persischen Golf wegen einer mutmaßlichen Bedrohung Schüsse auf ein Motorboot abgegeben und dabei nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate einen indischen Fischer getötet. Drei weitere indische Fischer seien verletzt worden, sagte Tarek Ahmed al-Hidan vom Außenministerium in Abu Dhabi.

Der Vorfall, bei dem das US-Versorgungsschiff "USNS Rappahannock" mit einem Maschinengewehr feuerte, ereignete sich laut dem US-Verteidigungsministerium vor Dschebel Ali, einer Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwischen Abu Dhabi und Dubai. Das Motorboot habe sich dem Öl-Versorgungsschiff schnell angenähert und auf Warnungen nicht reagiert, erklärte das Pentagon. 

Indien fordert Untersuchung

Indien hat nun eine umfassende Untersuchung verlangt. Der indische Botschafter in Abu Dhabi habe die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate um eine Untersuchung der genauen Umstände des "tragischen Vorfalls" im Persischen Golf gebeten, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Neu Delhi am Dienstag. Auch die USA sicherten den indischen Behörden demnach bereits eine "vollständige Untersuchung" zu.

Die US-Marine hatte ihre Präsenz im Golf in den vergangenen Monaten verstärkt und begründete dies mit einer möglichen Bedrohung durch den Iran. Die iranischen Revolutionsgarden verfügen über zahlreiche kleine Schiffe mit Raketenwerfern.

"Seit 2000 passen wir auf die kleinen Schiffe genau auf", sagte ein Vertreter des Pentagons. Im Oktober 2000 war mit einem kleinen mit Sprengstoff beladenen Schiff im Hafen von Aden in Jemen ein Anschlag auf den US-Zerstörer "USS Cole" verübt worden, bei dem 17 US-Marinesoldaten getötet und 40 verletzt wurden. 

Kritik aus dem Iran

Der Iran hat am Dienstag die Präsenz der amerikanischen Truppen in der Region kritisiert. Ausländische Streitkräfte könnten eine Bedrohung für die Sicherheit am Golf sein, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Dienstag in Teheran. Diese seien nicht nötig, wenn Anrainerstaaten bei der Sicherheit enger zusammenarbeiteten. (APA, 17.7.2012)

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