Illegale nächtliche Kuhglocken

16. Juli 2012, 17:52
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Verwaltungssenat gab steirischen Weide-Nachbarn recht

Graz - Österreichs ländliche Idylle ist vielleicht ein gutes Marketinginstrument, um Gäste anzulocken - für Nachbarn kann sie nervtötend sein. Deshalb musste der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) für die Steiermark sich nun mit Kuhglocken und einem sturen Landwirt beschäftigen.

In einer am Montag veröffentlichten Entscheidung geht es um eine Weide in Stallhofen (Bez. Voitsberg). Die a) nicht auf dem Berg, sondern in der Nähe von Wohnhäusern liegt, b) eingezäunt ist und c) einen Futtertrog aus Metall auf sich herumstehen hat.

Gebimmel

Was für sich betrachtet noch nicht tragisch wäre, würde der Landwirt dort nicht auch Kühe halten, die einen Klangkörper um den Hals haben. Die Anrainer verzweifelten nicht nur ob des nächtlichen Gebimmels, sondern auch, da die Tiere beim Fressen mit den Glocken am Trog anschlugen.

Die Nachbarn zeigten den Landwirt an, die Bezirkshauptmannschaft sprach eine Strafe aus. Doch statt die Glocken abzunehmen, berief der Bauer beim UVS. Das Läuten gehöre zur Tradition und wirke beruhigend, so seine Argumentation.

Der zuständige Verhandlungsführer Erich Kundegraber gewann bei einem Lokalaugenschein einen konträren Eindruck. Die Leute seien "völlig fertig". Seine Entscheidung: "Eine unzumutbar belästigende Verwahrung von Rindern liegt vor, wenn die Tiere mit Kuhglocken in einem ländlichen Gebiet mit verstreuten Wohnobjekten innerhalb einer umzäunten Weide gehalten werden und die Tiere in der Nacht durch das Läuten der Glocken ein lautes Geräusch erzeugen, welches die Nachtruhe von Anrainern stört." APA, moe, DER STANDARD, 17.7.2012)

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