UniCredit verkauft alle Aktien an Porr-Chef

16. Juli 2012, 21:26
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Porr-Chef Strauss hat von der B&C Industriestiftung, hinter der die UniCredit steht, alle Anteile übernommen und ist mit 43 Prozent größter Aktionär der Porr

Wien - Nach monatelangen Verhandlungen hat die Beteiligungsgesellschaft von Porr-Chef Karl-Heinz Strauss, Strauss und Partner (SuP), am Montagnachmittag sämtliche Stamm-, Vorzugsaktien und Kapitalanteilsscheine der UniCredit, und damit 37 Prozent der Porr-Stimmrechte erworben.

Die Anteile der UniCredit waren in der B & C Industriestiftung gebündelt, die unter Ex-Bank-Austria-Chef Gerhard Randa gegründet worden ist. Die UniCredit Tochter Bank Austria besaß die Porr-Genuss-Rechte.

Strauss hielt seit seiner Ernennung zum Porr-Chef, 2010, bereits sechs Prozent am Bauunternehmen. Mit 43 Prozent ist er - vorbehaltlich Zustimmung der Übernahmekommission - damit der größte Aktionär, gefolgt vom Tiroler Gebäudetechnikunternehmer Klaus Ortner, der 30 Prozent an der Porr hält. SuP wird in das Syndikat mit Ortner eintreten. Über den Kaufpreis werden keine Angaben gemacht. Gemessen am Börsenkurs war das Aktienpaket Anfang Juni noch 100 Mio. Euro wert. Mittlerweile sank der Kurs der Porr-Aktien um 20 Prozent.

Früchte des Porr-Engagement

Unverändert bleibt der Anteil der Vienna Insurance Group (sieben Prozent) und der türkischen Renaissance-Gruppe (zehn Prozent). Im Herbst, wenn wie geplant die lang ersehnte Kapitalerhöhung erfolgt, soll der Streubesitz-Anteil erhöht werden.

Wenn alles klappt, so hört man aus dem Konzern, könnte bald schon das Engagement der Porr in Doha (Katar) erste Früchte tragen. Beim Auftrag für den Bau einer U-Bahn soll die Porr sehr gute Karten haben. Erst jüngst hat der Baukonzern einen Großauftrag für das umstrittene Projekt S21 in Stuttgart erhalten. Bei dem 100-Millionen-Auftrag müssen Gleise auf einer Länge von etwa 300 Metern über eine Dauer von drei Jahren unter Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs in Nacht- und Wochenendsperrpausen unterfahren werden. Die Baulose grenzen direkt an den bereits vor einem Jahr von der Deutschen Bahn vergebenen Tunnel-Großauftrag, der unter der technischen Federführung der Porr steht.

Die Porr-Tochter UBM und die Warimpex verkaufen indessen in Warschau das Hotel Intercontinental. Exklusive Verkaufsgespräche gibt es derzeit mit dem deutschen Deka-Fonds. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 17.7.2012)

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    Karl-Heinz Strauss brachte 2010 seine Firma in die Porr ein. Stimmt die Übernahmekommission zu, hat er im Herbst 43 Prozent an dem 1869 gegründeten Bauunternehmen.

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