Kapsch TrafficCom: Analysten sehen Umsatzplus

16. Juli 2012, 15:32
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Wien - Für die am morgigen Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden Ergebnisse des heimischen Mautsystemeanbieters Kapsch TrafficCom gehen Bankanalysten einstimmig von einem klaren Umsatzplus im gesamten Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März) aus. Uneinigkeit herrscht indes hinsichtlich der Ergebnisentwicklung.

Die Erlöse prognostizieren die Analysten in der APA-Konsensusschätzung im Schnitt auf 503 Mio. Euro, das wären knapp 30 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2010/11. Beim operativen Ergebnis (EBIT) erwarten die Experten der Berenberg Bank und der Raiffeisen Centrobank einen leichten Rückgang auf 45,0 bzw. 42,0 Mio. Euro, wohingegen jene der Erste Group einen Anstieg auf 60,8 Mio. Euro sehen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag die Kennzahl bei 48,9 Mio. Euro.

Auch mit Blick auf die Entwicklung des Net Profit sind sich die Bankexperten uneins. Hier erwarten die Analysten der Berenberg Bank wie auch der Erste Group Anstiege gegenüber der Vergleichskennziffer des vorigen Geschäftsjahres (22,1 Mio. Euro), und zwar auf 24,0 bzw. 33,8 Mio. Euro. Bei der RCB stellt man sich indes auf einen klaren Rückgang auf 16,7 Mio. Euro ein.

Bei der Erste Group zeigt man sich vor allem hinsichtlich des Ausblicks erwartungsvoll, zumal sich die Erste-Analysten davon Hinweise auf die Entwicklung der Projektpipeline erhoffen. So gebe es etwa Spekulationen bezüglich der Einführung eines landesweiten Mautsystems in Russland. Mit Blick auf das vierte Quartal sei eine entscheidende Frage, ob - und wenn ja zu welchem Anteil - der letzte Milestone des laufenden Großprojekts in Polen abgerechnet worden sei. In ihren Prognosen zum vierten Quartal seien die geschätzten 80 Mio. Euro vorerst nicht enthalten, so die Erste-Experten.

Die Raiffeisen-Analysten hingegen haben das Projekt in Polen komplett einkalkuliert. Aus Sicht von Raiffeisen ist auch das Mautsystem in Südafrika abgerechnet worden, allerdings: Als letzter Punkt fehlt noch die Inbetriebnahme aufgrund von politischen Ungereimheiten. Diese werde im laufenden Geschäftsjahr erfolgen. Im Segment Services, System Extensions, Components Sales erwarten die RCB-Experten für heuer ein Umsatzplus. Neue Aufträge könnte Kapsch auf Slowenien, Ungarn und Brasilien erhalten. Nachfolgeprojekte seien auch aus Russland und den USA denkbar.

Bei der Berenberg Bank verweist man ebenfalls auf die Verzögerung bei dem Großprojekt in Südafrika als Belastungsfaktor für die operative Margen im vierten Quartal. Eine Fertigstellung halte man November diesen Jahres für wahrscheinlich, schreiben die Experten in ihrer jüngsten Einschätzung. (APA, 16.7.2012)

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