60.000 Pneumokokken-Impfdosen für Kinder

Ein Gutteil der Kleinkinder wird innerhalb von nur kurzer Zeit gegen die potenziell gefährliche bakterielle Erkrankung geschützt sein

Die kostenlose Bereitstellung der Pneumokokkenimpfung für die österreichischen Kinder zahlt sich offenbar aus: Seit Beginn dieses Jahres wurden bereits 60.000 Impfdosen abgerufen. Ein Gutteil der Kleinkinder wird damit innerhalb von nur kurzer Zeit gegen die potenziell gefährliche bakterielle Erkrankung geschützt sein.

Das Kinderimpfkonzept wurde im Jahr 1997 von Gesundheitsministerin Hostasch ins Leben gerufen, um allen in Österreich lebenden Kindern ohne zusätzliche Kosten für die Erziehungsberechtigten Zugang zu volksgesundheitlich wichtigen Impfungen zu ermöglichen. Die Erweiterung des Kinderimpfkonzeptes in diesen Jahr um die Impfungen gegen Meningokokken und Pneumokokken stelle einen wichtigen Schritt in diese Richtung dar, hieß es am Montag in einer Aussendung des Impfstoffherstellers GlaxoSmithKline (GSK).

"Herdenimmunität"

Die Impfung gegen Pneumokokken stand für sogenannte Risikokinder - diese Auswahl wurde von österreichischen Experten stets wegen mangelnder sachlicher Berechtigung kritisiert - bereits seit 2004 kostenfrei zur Verfügung. Die Ausweitung dieses Programms auf alle Kinder trägt zur Erreichung einer "Herdenimmunität" gegen Pneumokokken bei. Das bedeutet, dass bei einer hohen Durchimpfungsrate eine ansteckende Krankheit zu zirkulieren aufhört oder so stark reduziert wird, dass sogar nicht Geimpften geschützt sind.

Pneumokokken können den Nasen- und Rachenraum der Menschen unbemerkt besiedeln, ohne dass diese daran erkranken müssen. Dennoch können die Träger der Bakterien Andere durch eine Tröpfcheninfektion (z.B. durch Niesen, Husten, Spucken) anstecken. Besonders gefährlich sind die sogenannten invasiven Pneumokokkenerkrankungen (IPE). 

Potenziell lebensbedrohlich

Von einer invasiven Erkrankung spricht man, wenn Bakterien meist über das Blut normalerweise "sterile" Bereiche des Körpers infizieren. Zu den invasiven Pneumokokkenerkrankungen zählen z.B. die Bakteriämie, Sepsis, komplizierte Pneumonien und Meningitis. Diese Erkrankungen sind potenziell lebensbedrohlich und erfordern eine sofortige Antibiotikabehandlung, um langfristige Komplikationen zu verhindern. Allein im Jahr 2010 meldete die österreichische nationale Referenzzentrale 33 schwere invasive Pneumokokkenerkrankungen (IPE) bei unter Fünfjährigen.

Die Impfung gegen Pneumokokken ist laut österreichischem Impfplan 2012 für alle Säuglinge empfohlen und erfolgt nach einem 2+1 Impfschema im 3., 5., und 12. Monat. Alle Kinder, die nach dem 1. September 2011 geboren sind - auch noch nicht geimpfte Kinder im siebenten bis zum elften Lebensmonat - können von dem kostenlosen Impfprogramm profitieren. Die Kosten für das Kinderimpfkonzept werden von Bund, Ländern und Sozialversicherungen getragen. (APA, 16.7.2012)

  • Die Impfung gegen Pneumokokken ist laut österreichischem Impfplan 2012 für alle Säuglinge empfohlen.
    foto: apa/kay nietfeld

    Die Impfung gegen Pneumokokken ist laut österreichischem Impfplan 2012 für alle Säuglinge empfohlen.

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