Neue Anklage im Mordfall an der Journalistin Politkowskaja

  • Menschen in Deutschland demonstrierten 2006 bei einem Besuch von Vladimir Putin mit Bildern der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja in der Hand.
    foto: dpa/a3750 andreas gebert

    Menschen in Deutschland demonstrierten 2006 bei einem Besuch von Vladimir Putin mit Bildern der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja in der Hand.

Polizeioffizier im Ruhestand der Mitwirkung beschuldigt

Russische Ermittler haben einen Polizeioffizier im Ruhestand offiziell der Mitwirkung an der Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja im Jahr 2006 beschuldigt. Der Verdächtige soll geholfen haben, den Mord vorzubereiten.

Elf Monate nach der Festnahme des Mannes sei nun Anklage gegen ihn erhoben worden, erklärte der Leiter des Ermittlungsausschusses, Wladimir Markin, am Montag. Zuvor hatten Ermittler erklärt, der damalige Oberstleutnant habe Politkowskaja beschattet, um den mutmaßlichen Schützen zu helfen.

Wunder Punkt: Tschetschenien

Die Kreml-Kritikerin war am 7. Oktober 2006 im Aufzug ihres Hauses erschossen worden. Politkowskaja war vor allem durch ihre kritischen Berichte über den Krieg in Tschetschenien bekannt geworden.

Der Mord warf ein Schlaglicht auf die Gewalt gegen Journalisten in Russland. Dabei wurde immer wieder auch die Frage aufgeworfen, inwieweit Regierungskreise in diese Taten involviert sind. Sechs Männer wurden wegen des Mordes an Politkowskaja angeklagt, wer die Tat in Auftrag gab, liegt indes weiter im Dunkeln. (red, APA, 16.7.2012)

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