Es dürft' 2012 genug Wein sein

  • Wein (Symbolbild)
    foto: apa/boris roessler

    Wein (Symbolbild)

Im Gegensatz zur Obsternte, dürfte es genug jungen 2012er Wein geben, 2,3 bis 24 Millionen Hektoliter sollen produziert werden

Wien - Die Weinernte 2012 wird laut Susanne Staggl vom Österreich Weinmarketing ausreichend ausfallen. Um eine Einschätzung über die Ernte-Qualität abzugeben, sei es aber noch zu früh, sagte sie am Montag. Die Fachfrau erwartete einen im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas niedrigeren Ertrag von 2,3 bis 2,4 Mio. Hektoliter Wein, der die kleineren Ernten 2009 und 2010 wieder übertreffen werde. "Aber im Oktober werden wir alle gescheiter sein", so Staggl. 2011 waren 2,8 Mio. Hektoliter Wein erzeugt worden. Bei Kern- und Steinobst dürfte es laut Statistik Austria heuer jedoch zu größeren Ernteausfällen kommen.

Während der Wein-Blütezeit war es zwar weiträumig kühl und regnerisch, aber laut Staggl nicht in allen Weinbaugebieten. Der Spätfrost im Mai habe insgesamt 10 bis 15 Prozent der Rebflächen getroffen. "Im Pulkautal wurden bis zu 100 Prozent beschädigt und auch im Weinviertel sowie rund um Wagram gab es größere Schäden." Insgesamt sei das Frühjahr aber gut verlaufen. Das Wetter im August, September und Oktober müsse für eine gute Qualität trocken und warm ausfallen.

Schwer betroffen

Weinbaupräsident Josef Pleil meinte zum ORF-Radio Ö1, der Frost habe 12.000 bis 13.000 Hektar schwer betroffen. Total beschädigt wurden aber nur 2.000 Hektar. "Ich erwarte mir alleine aus Frost eine Minderernte von 50 Mio. Liter", so Pleil.

Zu den heuer erwarteten Obst- und Gemüseernten wollte sich die Landwirtschaftskammer (LK) noch nicht äußern: "Es ist noch viel zu früh für ein Statement", so Johann Greimel, LK-Zuständiger für Obst und Gemüse auf Anfrage. Nach ersten Ernteerhebungen der Statistik Austria von Juni wird es heuer in Österreich im Vergleich zu 2011 teils massive Ernteeinbußen bei Kern- und Steinobst geben - etwa alleine bei Marillen um prognostiziert 3.926 Tonnen weniger aus Erwerbsanlagen und mit 896 Tonnen um 54 Prozent weniger aus Extensivobstanlagen.

Für Pfirsiche und Nektarinen erwartete die Statistik Austria ein Minus von 739 Tonnen aus Erwerbsanlagen auf 1.736 Tonnen. Aus Extensivobstanlagen werde sich der Ertrag um 19 Prozent auf die Erntemenge von 670 Tonnen der Früchte verringern. Ein Minus wurde im Juni durchwegs bei allen Kern- und Steinobstsorten erwartet.

In Sachen Getreide werde die Ernte in der laufenden Woche fortgesetzt, sagte Günther Rohrer, Referatsleiter Pflanzliche Erzeugnisse in der Landwirtschaftskammer. Die LK-Prognose von vor zwei Wochen, die Getreideernte werde im Vergleich zu 2011 um 19 Prozent auf 2,6 Mio. Tonnen zurückgehen, "bleibt aufrecht", so Rohrer. Beispielsweise im östlichen Weinviertel gebe es nur den halben Ertrag - statt sechs Tonnen Weizen pro Hektar würden nur rund drei Tonnen von der selben Fläche geerntet werden. (APA, 16.7.2012)

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