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An einigen Bahnhöfen und S-Bahn-Stationen werden ab 6. August die Züge an anderen Bahnsteigen als bisher halten.
Wien - Wer ab 6. August seinen Zug auf der anderen Seite des Bahnsteiges davonfahren sieht, hat wohl versäumt, dass ab diesem Datum wieder einmal Reste des Linksverkehrs in Ostösterreich Vergangenheit sein werden. Um möglichst vielen Fahrgästen diese unangenehme Überraschung zu ersparen, hat die ÖBB nun eine Infokampagne auf allen acht betroffenen Strecken mit insgesamt 80 Bahnhöfen gestartet:

Karte: Österreichische Bundesbahnen
— Nordbahn von Wien Floridsdorf bis Bernhardsthal
— S7-Flughafenschnellbahn von Wien Rennweg bis Flughafen Wien
— Pottendorfer Linie von Wampersdorf bis Wr. Neustadt Civitas Nova
— Südbahn von Hauptbahnhof Wien bis Payerbach-Reichenau
— Verbindungsbahn von Wien Hütteldorf/Penzing bis Wien Meidling
— S-Bahn-Stammstrecke von Wien Meidling bis Wien Floridsdorf
— Nordwestbahn von Wien Floridsdorf bis Stockerau
— Laaer Ostbahn von Wien Süßenbrunn bis Wolkersdorf
Zwei weitere Strecken (Wien Hauptbahnhof bis Süßenbrunn und Franz-Josefs-Bahn) werden erst nach 2015 die Seiten wechseln. Mit dem Ausbau der Südbahn beziehungsweise dem Semmeringbasistunnel soll dann auch die Südbahn irgendwann auf den Rechtsverkehr umgestellt werden.
Die Kosten für die Umstellung beziffert die ÖBB mit 16 Millionen Euro. Sie werden hauptsächlich durch das Legen von Überholgleisen und in geringerem Maß durch neue Leitsysteme verursacht. Für Fahrgäste heißt das: Der Zug kommt bei zweigleisigen Strecken, wo bisher links gefahren wurde, am anderen Gleis an. Der bisher gewohnte Zugangsweg ändert sich also, was besonders bei Randbahnsteigen auffallen wird. Die Umstellung wird in einigen Fällen ein einfacheres Umsteigen ohne Wechsel des Bahngleises ermöglichen. In anderen Fällen, etwa in der Wiener Station Traisengasse, werden dagegen die Wege länger.
Dampfkessel nahm die Sicht
Das heimische Schienennetz ist seit dem 19. Jahrhundert zweigeteilt: Während in den frühen Eisenbahntagen englische Ingenieure die Südbahn auf den Linksverkehr auslegt haben, fährt man auf der West- und Ostbahn traditionell auf der rechten Seite. Bald stellte sich nämlich heraus, dass der Linksverkehr für den Lokführer eine erschwerte Sicht auf die Signale mit sich brachte. Da der Heizer links und der Lokführer rechts auf der Lok standen, behinderte der Kessel die Sicht auf die links von der Strecke angeordneten Signale. Bereits 1909 begann man daher schrittweise mit der Umstellung auf Rechtsverkehr.
2012 ist für die ÖBB "ein entscheidendes Jahr": 70 Kilometer Tunnel und 100 Streckenkilometer Geleise werden bis Jahresende neu in Betrieb genommen. Mit dem Winterfahrplan sollen am 9. Dezember die ersten Teile des neuen Wiener Hauptbahnhofs für den Nahverkehr verwendet werden. Durch den Lainzer Tunnel sollen erste Güterzüge fahren (der Personenverkehr folgt ab 2014). Der viergleisige Ausbau nach St. Pölten soll die Fahrzeit von Wien-West von 40 auf 25 Minuten beinahe halbieren. Auch im Unterinntal, auf der Zubringerstrecke zum noch lange nicht existenten Brennerbasistunnel, wird eine neue zweigleisige Hochleistungstrasse zwischen Kundl und Baumkirchen in Betrieb genommen.
Linksverkehr im Straßenverkehr ist weltweit gesehen in der Unterzahl. In nur 59 von 221 Ländern wird dort gefahren, wo der Daumen rechts ist. Auf der Insel Samoa im Südpazifik wurde hingegen vor zwei Jahren die Wende von rechts nach links vollzogen, weil Autos hauptsächlich aus Australien und Neuseeland importiert werden. Und dort wird eben links gefahren - mit Rechtssteuerung. (simo, DER STANDARD / mm, derStandard.at, 18.7.2012)
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nomen est omen :D
In Österreich hatten wir bis 1938 auch auf der Straße Linksverkehr - nicht überall, z.B. Kärnten war schon seit 1935 rechts ;)
Mit dem Linksverkehr war übrigens auch der Rechtsvorrang verbunden. Logischerweise sah beim Linksverkehr der auf der rechten Fahrzeugseite sitzende Fahrer bei Kreuzungen den von Rechts Kommenden durch das rechte Fenster besser als zur anderen Seite hin (wo ja öfters ein Beifahrer die Sicht verdeckt)
Genauso wenig, wie das Gerücht von den englischen Ingenieuren.
Die k.k. Monarchie war in Wahrheit nicht "Österreich", sondern ein Zusammenschluss einer Unzahl von kleineren Ländern, die "zufällig" dasselbe Oberhaupt hatten. Denn der Kaiser war Erzherzog von Österreich, König von Ungarn und Böhmen, Herzog der Steiermark, ...
In den Ländern wurde zufällig rechts oder links gefahren. Mit zunehmendem Straßenverkehr wurde dies ein Problem. Bereits in der Kaiserzeit wurde daher der schrittweise Umstieg auf Rechtsverkehr beschlossen, der bis 1940 abgeschlossen sein sollte. Mit dem Anschluss wurden lediglich die letzten Umstellungen beschleunigt, Wien am 18. 9. 1938.
Ö. Bundesbahnen: nichts Anderes, viele Privatbahnen, Zufall, Zusammenschluss.
Nein, damit die S-Bahnen von der Pottendorfer Linie nicht den Fernzügen von der Süd- und Westbahn in die Quere kommen.
Hätte man sich gespart wenn man wie gaaanz ursprünglich vor gesehen ein ordentliches Nahverkehrsgeschoß unter den Bahnhof gebaut hätte (dann hätte man die Überwerfung durch versetzte Rampen in den Keller lösen können). Aber eine große Tiefgarage war ja wichtiger...
Die nicht sehr gelungene Inbetriebnahme des checkin3 in Schwechat hat bei weitem nicht soviele in die Tasten klopfen lassen. Wieso bitte ist gegenüber der ÖBB die Beißhemmung extrem niedrig? Es hat sich auch selten jemand über die Asfinag beschwert wenn er bei Baustellen im Stau steht.
schon gemerkt, dass sich die wenigsten über die ÖBB aufregen (zumindest hier) aber ob der Zug am anderen Bahngleis einfahrt ist wohl eher Nebensache (ist auf manchen Bahnhöfen eh´fast die Regel, dass er wo anders fährt). Aber wenn die Zugsführer/innen dann nicht mehr angeben müssten, wos auf´n Bahnsteig aussi geht, wär scho´praktisch.
Und im übrigen beiss ich die ÖBB nicht, sondern versuche deren Chefs/innen zu vermitteln, dass sie ihren Betrieb langsam immer schneller in den Ruin treiben, zwar mit schwarzen Zahlen(??) aber dafür als kaputtes Dienstleistungsunternehmen ohne funktionierende Klos. Und als Bahn+Radfahrer steh´ich nicht im Asfinagstau.
es ist in der Tat bemerkenswert, dass die Umstellung von Bahnbeamten auf Dienstnehemer eines Unternehmens der freien Wirtschaft vor allem eines gebracht hat: schöne Managergehälter auf Versorgungsposten, PR-Budgets und interessante Bereicherungsmöglichkeiten bei Grundstücksdeals etc.
Man kommt mit U6 auf dem Bahnhof Meidling an.
Man geht zur "Abfahrt"-Tafel und liest ab, wo der Zug zum Beispiel nach Deutschkreuz abfährt und man geht zum angegebenen Bahnsteig uns steigt ein.
Ab 6. August macht man das genauso nehme ich an... oder?
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