Mehr Einbrüche im Sommer, Kriminalität im Netz nimmt weiter zu

16. Juli 2012, 13:39
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Generell gehen Zahlen beim Einbruchs- und Kfz-Diebstahl zurück - IT-Kriminalität steigt rasant

Wien - Konstant gesunken sind die angezeigten Fälle bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern in den letzten drei Jahren. Die aktuelle Kriminalstatistik des 1. Halbjahres 2012 zeigt eine weiterhin fallende Tendenz. Die insgesamt 8.260 Anzeigen bedeuten einen Rückgang um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein Blick auf die Zahlen des Sommerquartals zeigt dabei Schwankungen innerhalb der Monate. Gab es im Juli 2011 in Summe 1.135 Einbruchsfälle, waren es im September 989, was einem Rückgang von rund 14 Prozent entspricht. Der größte Bruch ist aber im Jahresvergleich 2009 mit 2010 feststellbar, damals betrug der Rückgang mehr als 25 Prozent.

Mehr Einbrüche im Sommer

Einen gewissen Anstieg kann man für die Sommermonate aber ausmachen, das zeigt auch das Jahr 2010, wo im Juli 1.166 Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Einfamilienhäuser (bewohnte und nicht bewohnte) aufgeschienen sind. Im September betrug die Zahl dann 1.017, was knapp 13 Prozent weniger bedeutet. Grundsätzlich sind solche Vergleiche aber mit Vorsicht zu genießen, warnte BKA-Sprecherin Silvia Strasser: "Die Kriminalitätsstatistik spiegelt nicht den Tatzeitpunkt wieder. Das Delikt fließt erst mit der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in die Zahlen ein." Einerseits würden Einbrüche nicht sofort von den Betroffenen bemerkt werden, andererseits sind auch die Ermittlungstätigkeiten unterschiedlich lange.

Die Kriminalstatistik würde vor allem der Schwerpunktsetzung für die Exekutive dienen und hier hätten Maßnahmen, wie die Schaffung der Soko Ost und der Masterplan gegen die Einbruchskriminalität Wirkung gezeigt, so Strasser. 2009 machte die Summe der angezeigten Einbrüche noch 21.248 Fälle aus. 2010 jedoch wurden nur noch 15.747 Einbrüche ausgewiesen, was einen Rückgang von über 25 Prozent entspricht. Ähnliche Zahlen lagen 2011 mit 15.616 Fällen vor.

Maßnahmen für einen Einbruchsschutz erweisen sich aber weiterhin als sinnvoll, wobei Beamten der Kriminalprävention jedem Bürger auf Wunsch auch an Ort und Stelle kostenlose Tipps zur Vermeidung von Einbruchsdiebstählen geben. Grundsätzlich gilt es neben dem etwa empfohlenen Einbau von Schlössern, Beschlägen und Zusatzsicherungen während des Urlaubs Zeichen der Abwesenheit zu vermeiden. Dazu gehört nicht nur etwaiges Werbematerial von Nachbarn beseitigen zu lassen, sondern es auch zu unterlassen via Facebook oder Twitter die Aufmerksamkeit potenzieller Täter zu erregen.

IT-Kriminalität steigt um mehr als 100 Prozent

Im ersten Halbjahr 2012 wurden in Österreich im Bereich der gesamten IT-Kriminalität 4.293 Delikte zur Anzeige gebracht, was einer Verdoppelung der Zahlen bedeutet. (1. Halbjahr 2011: 2.143 Anzeigen). Einen Anstieg gibt es erneut in beinahe allen Delikten: so sei Phishing um 328 Prozent von 45 auf 193 und Hacking um über 143 Prozent von 101 auf 246 Anzeigen im ersten Halbjahr 2012 angestiegen, rechnet das Bundeskriminalamt vor. Weiterhin zunehmend sind auch die Betrugsdelikte im Internet und mittels neuer Technologien: so ist der Betrug durch Missbrauch des Internets von 797 auf 1.606 Anzeigen, der Betrug bei Internetauktionen von 688 auf 907 Anzeigen, der Betrug durch/mit Kreditkarten von 380 auf 467 Anzeigen und der Betrug durch Mobiltelefone von 379 auf 702 Anzeigen gestiegen. (APA, 16.7.2012)

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