ÖVAG-Aufsichtsrat macht Koren zu Bankchef

17. Juli 2012, 16:03
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Unter FP-Beschuss

Wien - Der Aufsichtsrat der Volksbanken AG (ÖVAG) macht heute Nachmittag wie allgemein erwartet Stephan Koren zum neuen Vorstandschef der teilstaatlichten Bank. Im Vorfeld der Sitzung schoss die FPÖ scharf gegen Koren. Der FP-Abgeordnete Martin Graf sieht den "schwarzen Ministersohn" wegen seiner Vorstandsvergangenheit in der Bawag PSK vorbelastet und deshalb als ungeeignet.

Korens Rolle bei der Bawag sei bis heute nicht einmal ansatzweise aufgeklärt, kritisierte Graf am Dienstag in einer Aussendung. Dabei sei bekannt, dass er früh von dem 350-Millionen-Kredit an die bankrotte US-Investmentgesellschaft Refco gewusst habe, durch den die Bawag-Affäre publik geworden sei. Hinterfragenswert ist für Graf zudem die Rolle Korens bei der Fusion der Bawag mit der PSK. "Wie wir heute wissen, hat diese Fusion die Bawag schon damals gerettet bzw. verhindert, dass die missliche Lage der Gewerkschaftsbank früher bekannt wird."

Graf saß dem Banken-Untersuchungsausschuss vor. Der sei vorzeitig abgedreht worden. Eigenartigerweise, so empörte sich Graf heute, hätten sich weder der U-Ausschuss noch die Justiz mit den Themenfeldern beschäftigt, in die Koren involviert gewesen sei. "Er stand und steht offenbar unter besonderem Schutz", vermutet der FP-Politiker. Koren sei als Relikt der Elsner-Ära bis April des Vorjahres im Bawag-Vorstand und danach als Aufsichtsratsvorsitzender der Bankenpaket-Abwicklungsgesellschaft Fimbag weiterhin weich gebettet geblieben. (APA, 17.7.2012)

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