Microsoft macht Handys zu virtuellen Schwertern

16. Juli 2012, 12:01
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Neue Technologie kann Position von Smartphones mithilfe von Schall exakt lokalisieren

Entwickler von Microsofts asiatischer Forschungsabteilung haben eine Technologie entwickelt, mit der es möglich ist, dass sich mehrere Smartphones gegenseitig exakt lokalisieren können. FAR wurde zunächst für ein Spiel eingesetzt, bei dem Handys zu virtuellen Schwertern umfunktioniert werden.

Schall

Das Prinzip klingt trivial, ist es aber nicht. Um ein Spiel wie Schwertkampf umsetzen zu können, müssen die Smartphones auch bei sehr schnellen Bewegungen exakt messen, wo sich das jeweils andere Gerät befindet und welchem Handy die Punkte zugerechnet werden müssen. Gegenüber Wired erklärt Thomas Moscibroda, einer der Chef-Entwickler des Projekts, dass man das mit Schall umgesetzt habe.

Genauer und schneller

Ein Gerät sendet einen Ton aus. Das andere registriert diesen und kann so die Distanz und Position berechnen. Das sei nicht neu, aber mit FAR deutlich schneller und genauer umgesetzt als mit bisherigen Technologien. Statt wie bisher einen Ton pro Sekunden auszusenden, sind es bei FAR 12 Töne, in der Theorie auch bis zu 22 Töne pro Sekunde. Damit ergebe sich eine Treffergenauigkeit von zwei Zentimetern.

SwordFight

Im Spiel SwordFight bekommt ein Spieler Punkte, sobald er das Smartphone des Gegners innerhalb eines Radius von 15 Zentimetern "trifft". Mithilfe des Beschleunigungssensors und des Kompass wird festgestellt, welchem Smartphone der Punkt zuzuordnen ist. Durch die Genauigkeit und Schnelligkeit der Technologie sind besonders schnelle Multiplayer-Handyspiele möglich.

Nicht an bestimmtes System gebunden

Die Forscher sehen den Einsatz nicht nur auf Spiele beschränkt. Besonders bedeutsam an der Entwicklung sei laut Microsoft, dass die Technologie nicht an ein bestimmtes Betriebssystem oder Gerät gebunden sei. Praktisch sei es für alle Geräte mit Lautsprechern und Mikrophon geeignet.

Verbesserungswürdig

Pläne, FAR oder SwordFight in absehbarer Zeit zu veröffentlichen, haben die Forscher noch keine. Dafür müsste die Technologie noch weiter verfeinert werden. Ein Problem sei derzeit noch, dass Smartphone-Lautsprecher und -Mikrophone nur hörbare Frequenzen unterstützen und die Töne von den Nutzern als störend empfunden werden könnten. Zudem könne es zu leicht passieren, dass Lautsprecher oder Mikrophone im Eifer des Gefechts verdeckt werden und das System nicht mehr funktioniert. (red, derStandard.at, 16.7.2012)

  • Schwertkampf mit Smartphones
    foto: microsoft

    Schwertkampf mit Smartphones

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