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Kairo - Im Machtkampf zwischen dem ägyptischen Militär, der Justiz und den Islamisten droht neuer Ärger. Viele Juristen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen kritisierten am Montag ein Dekret von Präsident Mohammed Mursi, mit dem er im Nachhinein die Bildung des Verfassungsrates gebilligt hat. Die 100 Mitglieder des Rates sollen eine neue Verfassung schreiben. Viele liberale Politiker kritisieren die Dominanz der Islamisten in dem Gremium.
Kritiker warfen dem neuen Präsidenten vor, er gieße Öl ins Feuer, indem er versuche, sowohl die Justiz als auch den Obersten Militärrat zu übergehen. Allerdings erhielt Mursi, der aus der Muslimbruderschaft kommt, auch von einigen Juristen Unterstützung.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Wochenende an Mursi und den Vorsitzenden des Militärrats, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, appelliert, eine Eskalation zu vermeiden. Doch kaum hatte Clinton am Sonntag sein Büro verlassen, wetterte Tantawi gegen "ausländische Elemente, die versuchen, die Streitkräfte davon abzuhalten, Ägypten und sein Volk zu verteidigen". In Alexandria flogen nach Angaben der staatlichen Zeitung "Al-Ahram" Tomaten, Schuhe und Plastikflaschen, als Clintons Konvoi durch die Stadt fuhr. (APA, 16.7.2012)
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