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LEOPOLD MUSEUM: Gyula Fodor: Madonna Now

16. Juli 2012, 09:52

Inszeniert wird eine Modeschau mit unterschiedlichen Teilnehmern am Laufsteg: Professionelle Models und Tänzer. Bis zum Höhepunkt der Show herrscht Irritation.

Datum: Fr 27.07., 21.30h
Ort: MQ Haupthof

Die Performance ist so inszeniert, dass die Zuschauer bis kurz vor Schluss irritiert sind, ob es sich um ein Kunstprojekt handelt oder doch eine kommerzielle Show. Innerhalb der etwa 25-Minütigen Performance gibt eine Dramaturgie präzis die Handlungen der Teilnehmer vor. Langsam baut sich der Höhepunkt der Show auf, ihre Essenz: nämlich das Ende. Als letztes Model erscheint: Die Neue Madonna.
Die Performance verhält sich wie ein Bild, das eine Erstreckung in der Zeitachse erfährt: das Geschehen am Laufsteg ist wie der Prozess des Erblickens und stückweisen Erfassens eines Bildes durch den Betrachter. Die Schlusssequenz der Show ist das vollständig herauskristallisierte Bild, das nun mit seinem ganzen "Impact" auf den Betrachter wirkt . Ein frappierendes Bild mit offenem Herzen....

Das Bild des Dramatikers Antonin Artaud (1896-1948) bzw. jenes der Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari vom "organlosen Körper" kommt ins Spiel: "Der Körper...ist allein. Und braucht keine Organe..... die Organismen sind die Feinde des Körpers...".

Der Soziologe Richard Sennett spricht von der "moralischen Schwierigkeit, Sympathie für die zu wecken, die die Anderen sind. (....) Der den Schmerz anerkennende Körper ist bereit, ein gesellschaftlicher Körper zu werden, empfindlich für den Schmerz einer anderen Person, für Schmerzen, die auf der Straße präsent sind." Wenn Privilegierte für die weniger Privilegierten buchstäblich "kein Herz" haben, dann droht Kollaps im gesellschaftlichen Körper.

 

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  • Artikelbild
    foto: gyular fodor 2012
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