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Wien - Die Grünen sind mit der Regelung für die Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe unzufrieden. "Das Gesetz gehört im Herbst repariert", sagt Justizsprecher Albert Steinhauser. Mit der momentanen Lösung könne man nicht glücklich sein, "es fehlt das eindeutige Bekenntnis der Republik".
Seit Dezember 2010 gibt es den Gesetzesbeschluss, der die 67 jüdischen Friedhöfe in Österreich vor dem sicheren Verfall retten soll. Der Friedhofsfonds wurde mit insgesamt 20 Millionen Euro veranschlagt. Pro Jahr sollen je eine Millionen in den Erhalt fließen. Der Haken daran: Der "Eigentümer" - oft die Israelitischen Kultusgemeinden - muss, damit Geld fließt, einen Betrag in gleicher Höhe aufstellen (teilweise mithilfe der Länder).
Die Folge: Die Mittel werden kaum abgeholt. Im ersten Geschäftsjahr (2011) blieb der Fonds auf mehr als 90 Prozent der Bundesmittel sitzen. Gerade einmal zwei Anträge wurden gestellt: von Deutschkreutz und von Stockerau. Beide Friedhöfe galten aber schon davor als gut gepflegt.
Vorbild: Kriegsgräber
Was die Grünen noch stört: Ein größerer Teil der Aufwendungen geht in "periphere Maßnahmen", werde also nicht direkt für den Erhalt der Grabsteine verwendet, sondern etwa für neue Tore oder den Bau von Mauern. Steinhauser schwebt nun eine Lösung wie bei der seit Jahrzehnten festgeschriebenen Kriegsgräberpflege vor.
Dass das Geld nicht nur für die Grabstätten verwendet wird, stört die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) nicht. "Diese Kritik teile ich nicht. Es geht immer um den Zustand des gesamten Friedhofes, und da gehören diese Dinge auch dazu", sagt Raimund Fastenbauer. Noch sieht der IKG-Generalsekretär auch keinen Grund, die geltende Regelung zu ändern, denn: "Man kann das immer von zwei Seiten sehen. Seitdem der Gemeinde- und der Städtebund eine Empfehlung ausgesprochen hat, Pflegevereinbarungen mit uns einzugehen, wird die Situation besser." Anfangs sei es noch "zäh" gewesen, "aber ich hoffe, dass das jetzt in Gang kommt".
Mit Ende Sommer könnten zehn bis fünfzehn weitere Pflegevereinbarungen abgeschlossen sein, sagt Fastenbauer. Offen ist noch der größte "Brocken": "Wo es leider noch kein Ergebnis gibt, ist mit der Gemeinde Wien." Hier laufen noch die Verhandlungen. Fastenbauer: "Hier ist eine Einigung überfällig." (Peter Mayr, DER STANDARD, 16.7.2012)
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Gräber sind nicht geschmückt, es wachsen Efeu oder Bodendecker, der Friedhof ist in die Natur eingebunden/mit ihr im Einklang
Grabsteine haben keine Sockel und versinken daher langsam im Boden.
Was unsere übereifrigen Schuldbekenner und naturfeindlichen Friedhofsgärtner als Verwahrlosung empfinden wird in der jüdischen Tradition als naturnah geschätzt.
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Das ist so nicht richtig. Zuminest nur teilweise. Schon weil es Gräber nicht aufgelassen werden dürfen, gibt es halt viele verwachsene Friedhofs(teile), auch in aktiven jüdischen Gemeinden.
Aber Grabpflege im Sinne von Rasenmähen, Baumbeschneiden, Steinpflege ist bei den Durchschnittsjuden kein Problem. Es wird der Stein halt nicht erneuert, wenn er verwittert, nicht ausgebessert. Aber gepflegt und besucht werden Friedhöfe sehr wohl.
Sicher gibt es sehr orthodoxe Strömungen, die das so sehen, wie du glaubst. Aber das ist eine Minderheit.
Nur weil Juden keine Blumenbeete aus ihren Gräbern machen, so wie wir das tun, ist es noch lange nicht üblich, die Friedhöfe komplett verwahrlosen zu lassen.
eventuell aufgrund der Tatsache, daß jüdische Gräber "unvergänglich" (ewig) sind?
Nur weil es sich um eine - im Sinne der pc - "empfindliche" Ethnie geht, bedeutet es noch lange nicht, dass man darüber nicht reden darf.
UND: Unser Familiengrab zahlt nicht die Gemeinde sondern WIR (meine Fam.)!
Natürlich werden unzählige "christliche" Gräber auf Ewigkeiten von den Gemeinden finanziert. die Grabgebühren decken nicht die Friedhofskosten, und es gibt auf jedem Friedhof Gräber, die als Eherngräber oder auf Friedhofsdauer gewidmet sind, oder die nie aufgelassen werden, weil das Grabmal oder der Tote in irgendeiner Weise historisch, kulturell oder gesellschaftlich interessant war.
Dann gibt es noch Friedhöfe, die in Parks umgewandelt werden, in Wien zB St. Marks.
Die handvoll jüdischer Friedhöfe, die es gibt, kann man sich leisten, es gibt ja auch Förderungen, und wirklich viel kostet das 2x im Jahr Rasenmähen nicht. Nur nach 40 Jahren nichts tun sind halt die jetzigen "Einmalkosten" Steinmetze, Maurer, Baumschnitt relativ hoch.
bin ja selbst mit einer Sefardin verehelicht und finde das Judentum durchaus interessant (und das als Atheist!)...
Allerdings liegt es im Bewusstsein des politischen Kalküls der Grünen, jeglichen wie auch immer gearteten Minoritätsgedanken aufzugreifen, um daraus Profit schlagen zu können, und das führt irgendwann zu einer Inflation des Grundbegehrs!
"Gegen Alles" und "Für Alles" verträgt sich nicht wirklich....
...... machen ja sonst auch überall die angehörigen. Wenn's keine mehr gibt, egal aus welchen gründen, gibt es halt keine mehr die das grab intersssiert. Es gibt aber sicherlich pflege/waisenheime wo dieses geld für lebende personen eingesetzt werden könnte.
Beruhigen Sie sich, schließen Sie die Augen und
1) vergegenwärtigen sich den jahrtausendalten kulturellen Einfluss des Judentums auf Europa/Österreich und
2) vergegenwärtigen sich die Zahl jener kulturellen jüdischen Einrichtungen die überhaupt noch vorhaden sind, die nicht gestohlen zerstört wurden und
3) setzen das Verhältnis des Nutzen der Erhaltung des letzlich einzig historischen Kulturguts Gräber zu den damit verbundenen (überschaubaren) Kosten
Weil man historisch und kulturell wertvolle Dinge erhält. (machen wir ja auch mit Burgen, Kirchen, Marterln, Denkmälern, Ehrengräbern von Katholiken...)
weil das die einzigen sichtbaren Hinweise darauf sind, dass wir einst viele Österreicher hatten, die jüdischen Glaubens waren.
weils einfach höflich wäre, nachdem unsere Großväter die Kinder deren abgeschlachtet haben, die jetzt in den Gräbern liegen.
weil es wunderschöne Orte sind, die jedem Menschen Lebensqualität geben können,d er sich drauf einlässt.
weil wir nicht auch noch die letzten Spuren jüdischen Lebens in Österreich zerstören müssen. Ist eh nichts mehr übrig.. keine Synagogen, keine Namen... die Nazis waren eh so erfolgreich, das Werk muss man nicht auch noch vollenden.
.... sogar beide sind nach russland geschickt geworden, weil sie sich geweigert haben parteimitglieder zu werden. Einer meiner großväter hat sogar juden geholfen vermögen außer landes zu bringen, obwohl er grundsätzlich deutsch-national eingestellt war. Seiner aussage nach waren die Nazi's aber gesindel mit dem er nichts zu tun haben wollte. Meine schuldgefühle aufgrund der familiengeschichte halten sich also sehr in grenzen.
Es geht nicht um Schuldgefühle. Es geht um Anstand. Du musst gar keine Schuldgefühle haben, selbst wenn du der Enkel vom Herrn Hitler höchstpersönlich wärst.
Aber nachdem es ja offenbar nicht einen Österreicher gibt, dessen Großaltern auch nur irgendeinem Juden auch nur ein Häärchen gekrümmt hat, ist diese Frage so und so irrelevant.
Es ist aber letztendlich eine Tatsache, dass die Juden umgebracht und vertrieben worden sind. Von wem auch immer. Und jetzt weg sind. Und wir noch da. Und deshalb kümmern wir uns um die jüdischen Friedhöfe, weil wir Anstand besitzen. Nicht aus Schuldgefühlen, sondern weil wir nette, respektvolle Leute sind, die es schade finden, dass die Juden tot und vertrieben sind.
Und warum soll ich aus diesem Grunde (Betonung liegt auf: aus diesem Grunde) für den Erhalt der Gräber zahlen?
Die sarkastische Bemerkung über die Österreicher und deren Großväter zeigt übrigens deutlich, dass Sie sehr wohl mit Schuldgefühlen argumentieren wollen.
Es gibt keine Verbindung zwischen "schade" und "zahlen" ausser die Schuldgefühle, die sie unterschwellig eben doch verwenden wollen.
Das einzige Argument das tatsächlich zählt, ist der Hinweis auf die kulturelle Bedeutung.
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